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Casa piccola

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Casa Piccola (um 1910) mit Reklametransparent der Schwestern Flöge
Daten zur Organisation
Art der OrganisationArt der Organisation Kaffeehaus
Datum vonDatum (oder Jahr) von 1830
Datum bisDatum (oder Jahr) bis 1895
Benannt nach Dominik Casapiccola
Prominente Personen Carl Obertimpfler, Emilie Flöge
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GNDGemeindsame Normdatei
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RessourceUrsprüngliche Ressource  Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Letzte Änderung am 22.02.2024 durch WIEN1.lanm08trj
BildnameName des Bildes Casa.Piccola.004.jpg
BildunterschriftInformation, die unterhalb des Bildes angezeigt werden soll Casa Piccola (um 1910) mit Reklametransparent der Schwestern Flöge
  • 6., Mariahilfer Straße 1a

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Casa piccola (6., Mariahilfer Straße 1a; ursprünglich Vorbau des Hauses); Architekten: Karl Theodor Bach und Carl Schumann

Lage

Casa piccola wurde ein kleines Häuschen genannt, welches (am äußeren Rand des Glacis liegend) dem ersten linksseitig gelegenen Haus auf der späteren Mariahilfer Straße vorgebaut war. 1809 war hier während der Beschießung der Stadt am 10. und 11. Mai Napoleons Kriegsrat versammelt. In die Jahre 1895 bis 1896 wurde Casa Piccola zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut, und ist erkennbar durch seine einzigartige Turmhaube.

Café Casa Piccola

1830 richtete Dominik Casapiccola hier ein elegantes Kaffeehaus ein, das 1837 durch einen Umbau vergrößert wurde. Das Kaffeehaus soll sehr prachtvoll eingerichtet gewesen sein und konnte vor allem mit seiner Rundsicht auf Wien brillieren. Jean Charles schrieb 1840: "Das Kaffeehaus des Herrn Casapiccola [...] hat die schönste Lage, das imposanteste Local und die elegantesten Billard [...]. Man überblickt von da die halbe Stadt, das freundliche Glacis und das Kahlengebirge."[1] Zum Teil wurde das Casapiccola vor allem ob seiner schönen Aussicht auch mit dem Café des Mille Colonnes in Paris verglichen. 1837 war das Café vergrößert und verschönert worden. Besonders beliebt war das Lokal bei den Offizieren, die sich dort gerne auch in ziviler Kleidung einfanden. Auch Literaten trafen sich und galten wie der frühere Besitzer Carl Obertimpfler als Stammgäste.

Casa piccola 1841

Das Kaffeehaus wurde schließlich Ende des 19. Jahrhunderts in den Neubau des Hauses übertragen. Dieser Neubau wurde 1895/1896 als Wohn- und Geschäftshaus durch die Wiener Baugesellschaft nach Plänen von Karl Theodor Bach und Carl Schumann errichtet. Cafetier (Pächter) war von 1897 bis zu seinem Tod 1927 Carl Obertimpfler, der Vater von Lina Loos. Neben Schauspielern verkehrten in dieser Zeit im Kaffeehaus auch Egon Friedell und Peter Altenberg. Eine Gedenktafel am Haus erinnert heute an Lina Loos.

Modesalon der Schwestern Emilie Flöge in der Casa Piccola

Im Haus befand sich 1904 bis 1938 eine Etage über dem Kaffeehaus der international bekannte Modesalon von Emilie Louise Flöge, der Lebensgefährtin und Muse des Malers Gustav Klimt, die gemeinsam mit ihren Schwestern Helene und Paula Flöge Kleider im Stil der Wiener Werkstätte entwarfen. Eine Gedenktafel am Haus erinnert heute daran.

Café im Haus Casa Piccola, 1903

Die "Schöner-Bar" im Spielsaal des Cafés Casa Piccola

Am 3 Dezember 1921 eröffneten Andreas Carl Schöner und seine Frau Lina ihre neue „ Schöner-Bar“ [2]im "Spielsaal" des Cafés Casa Piccola. Der Gesamtentwurf der Bar stammte vom Architekten Ernst Schwadron[3] und vom Bildhauer Professor Robert Obsieger . 1928 ließ Lina Schöner das Café von Carl Witzmann neu einrichten. 1962 wurde das Café von Lina Schöner aufgelassen und machte der Filiale einer Schuhhandelskette Platz. Vom Interieur wurde einiges belassen, doch erfolgte 1984/1985 nach Plänen von Boris Podrecca eine Umgestaltung.

Quellen

Literatur

  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1.-12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 193, 198
  • Ernest Blaschek [Hg.]: Mariahilf einst und jetzt. Wien [u.a.]: Gerlach & Wiedling 1926 (Wiener Heimatbücher), S. 143 f.
  • Das Wiener Kaffeehaus. Von den Anfängen bis zur Zwischenkriegszeit. Katalog zur 66. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1980, S. 74, 90
  • Elfriede Faber: Wien in alten Ansichtskarten. Band 6/7, S. 45
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 153
  • Gustav Gugitz: Das Wiener Kaffeehaus. Ein Stück Kultur- und Lokalgeschichte. Wien: Dt. Verlag für Jugend und Volk 1940, S. 177-178
  • Katalog zur 112. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien (Emilie Flöge und Gustav Klimt)
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1895]). Cosenza: Brenner 1967, Band 3, S. 310 ff.
  • Bartel F. Sinhuber: Zu Gast im alten Wien. Wien 1989, S. 104 f.

Einzelnachweise

  1. Gustav Gugitz: Das Wiener Kaffeehaus. Ein Stück Kultur- und Lokalgeschichte. Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1940, S. 178.
  2. Bericht über die Eröffnung der Schöner Bar im Casa Piccola am 6. Dezember 1921
  3. http://www.architektenlexikon.at/de/728.htm