Diesen Donnerstag (13. Juni 2024) findet eine Aktualisierung des Wikis statt. Es wird daher an diesem Tag nicht zur Verfügung stehen. Die Bearbeitung von Beiträgen wird bereits am Mittwoch ab 17:00 nicht mehr möglich sein. Wir bitten um Verständnis.

Sanatorium Görgen

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Daten zur Organisation
Art der OrganisationArt der Organisation Spital
Datum vonDatum (oder Jahr) von 1819
Datum bisDatum (oder Jahr) bis 1982
Benannt nach Bruno Görgen
Prominente Personen Maximilian Leidesdorf, Gustav Görgen, Nikolaus Lenau, Anton Dominik Fernkorn
Wien Geschichte WikiIdentifier/Persistenter URL zur Seite 
GNDGemeindsame Normdatei
WikidataIDID von Wikidata
Siehe auchVerweist auf andere Objekte im Wiki  Spital, Gesundheitswesen, Langes 19. Jahrhundert, Zwischenkriegszeit, NS-Zeit, 1945 bis heute
RessourceUrsprüngliche Ressource  Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Recherche
Letzte Änderung am 9.04.2024 durch WIEN1.lanm08uns
  • 19., Obersteinergasse 18-24

Frühere Adressierung
  • 92 (von: 1819, bis: 1831)
  • SeneCura Residenz Oberdöbling
  • Privat-Heilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke

Es wurden noch keine Personen erfasst.


Sanatorium Görgen (19., Obersteinergasse 18-24, Billrothstraße 67; Döblinger Privatirrenanstalt).

1819 erhielt der Primararzt der Irrenanstalt im Allgemeinen Krankenhaus, Dr. Bruno Görgen, die Bewilligung zur Errichtung einer Privatirrenanstalt als erste ihrer Art in Wien. Sie befand sich zunächst im Mollardschloss in Gumpendorf (6., Mollardgasse 92), 1831 übersiedelte Görgen in die Heniksteinvilla nach Oberdöbling (zwischen Billroth- und Krottenbachstraße gelegen; Rote Mühle).

Als Görgen 1842 starb, übernahm sein Sohn, Dr. Gustav Görgen (* 1815 Wien, † 5. Oktober 1860 Alland 22, Pfarre Baden)[1] die Leitung der Anstalt. 1860 traten nach einem Skandal wegen des Selbstmordes von Stephan Szechenyi der bedeutende Psychiater Dr. Max von Leidesdorf und Dr. Heinrich Obersteiner senior als Eigentümer an seine Stelle. Leidesdorf erreichte europäischen Ruf und wurde unter anderem zur Beurteilung des Geisteszustands von König Ludwig II. von Bayern herangezogen und zu Sultan Murad V. berufen. 1872 legte Obersteiner senior die Leitung nieder, ihm folgte sein gleichnamiger Sohn Dr. Heinrich Obersteiner, der schließlich nach Leidesdorfs Tod († 1889 ) die Anstalt bis zu seinem Tod allein führte († 1922). Im Juni 1917 wurde das ganze Anwesen an die Grunderwerbsgesellschaft "Terra" verkauft.

Im Ersten Weltkrieg war es Militärspital für Kopfverletzte unter der Leitung des Neurologen Alfred Fuchs. Nach dessen Tod 1927 wurde es von Otto Buchner übernommen. Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde das Krankenhaus als Militärspital genutzt, jedoch 1942 unter Dr. Otto Buchner wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt. 1953 von dessen Witwe Karoline übernommen, bestand es als Privatspital für Nervenkranke (Privatkrankenanstalt Oberdöbling) bis 1982. 1991 zog das Bezirksgericht Döbling ein.

Die Anstalt diente vor allem Patienten aus den gehobenen Gesellschaftsschichten der gesamten Monarchie. Bekannte Patienten waren Nikolaus Lenau († 22. August 1850), Franz Freiherr von Münch-Bellinghausen († 1853; Sohn des Eligius Franz Joseph Freiherr von Münch-Bellinghausen, besser bekannt als Friedrich Halm), Anton von Fernkorn (1866-1868), Louise Freiin von Eichendorff († 1883, Schwester des Dichters Joseph Freiherr von Eichendorff) und Josef Fürst Sulkowski (1883-1889).

Quellen

Literatur

  • Bruno Görgen: Privat-Heilanstalt für Gemüthskranke. In Wien eröffnet [= Etablissement privé à Vienne pour la reception des aliénés]. Wien: Franz Wimmer 1820
  • Franz Englisch: Die Oberdöblinger Privatirrenanst. In: Döblinger Museumsblätter 3/4 (1965), S. 12-14
  • Franz Englisch: Die Döblinger Privatirrenanstalt. Ein Beitrag zur Geschichte der Wiener Pflegeanstalt für Geisteskranke. Wien [u.a.]: Zsolnay 1969 (Wiener Geschichtsbücher, 24), S. 398 ff.
  • Erna Lesky: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrhundert. Wien [u.a.]: Böhlau 1965 (Studien zur Geschichte der Universität Wien, 6), S. 176
  • Zur Geschichte der Psychiatrie in Wien. Eine Bilddokumentation [= Psychiatry in Vienna]. Wien: Brandstätter 1983, S. 10


Wiener Gesundheitsarchitekturen:

  • Weiss, Josef: Zeitschrift für Therapie mit Einbeziehung der Electro- und Hydrotherapie, 1892, Anhang

Referenzen