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Israelitischer Friedhof Roßau

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Seegasse 9 - Israelitischer Friedhof, 1904/05
Daten zum Objekt
Art des Objekts Friedhof
Datum vonDatum (oder Jahr) von 1517
Datum bisDatum (oder Jahr) bis 1941
Name seit
Andere BezeichnungAndere Bezeichnung für diesen Eintrag
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Bezirk 9
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
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WikidataIDID von Wikidata
Siehe auchVerweist auf andere Objekte im Wiki  Jüdische Geschichte, Israelitische Friedhöfe, Frühe Neuzeit, Friedhöfe
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Letzte Änderung am 3.06.2024 durch WIEN1.lanm08uns
BildnameName des Bildes HMW 029257 00004.jpg
BildunterschriftInformation, die unterhalb des Bildes angezeigt werden soll Seegasse 9 - Israelitischer Friedhof, 1904/05

Israelitischer Friedhof Roßau am Behselplan - Rossau 1821

Israelitischer Friedhof Roßau (9., Seegasse 9-11).

Als erster Jüdischer Friedhof ist der Israelitische Friedhof vor dem Kärntnertor von 1244-1421 nachzuweisen. 1517 errichteten die Juden ihren neuen Friedhof in der Roßau (9., Seegasse 9-11; 1582 erstmals urkundlich belegt), der, bei der neuerlichen Judenvertreibung (1670) arg gefährdet, von Koppel Frankel nur gegen Erlag von 4.000 Gulden "auf ewige Zeiten" vor der Zerstörung bewahrt, eingezäunt und in seinem Bestand erhalten werden konnte. 1696 kaufte der Hofbankier Samuel Oppenheimer von Israel Frankel das Friedhofsareal und ließ die während der Zweiten Türkenbelagerung (1683) zerstörte hölzerne Einfriedung durch eine steinerne Mauer ersetzen.

1784 wurde der Friedhof von der Donau überschwemmt, wobei viele alte Grabsteine zugrunde gingen. 1793 kaufte die Judengemeinde den Friedhof von den Oppenheimerschen Erben zurück und ließ auch das danebenliegende, von Oppenheimer gegründete jüdische Versorgungshaus umbauen. 1844 kam es zur Reform des Spitals: es wurde den jüdischen Armen und Siechen überlassen, die Kranken kamen in das neue Judenspital am Währinger Gürtel 97 (gegründet von Anselm Freiherr von Rothschild), der Friedhof wurde gereinigt, die vorhandenen rund 700 Grabsteine nummeriert und deren Verzeichnis im Archiv der jüdischen Gemeinde deponiert. Viele hervorragende Mitglieder der jüdischen Gemeinde (beispielsweise aus den Familien Arnstein, Eskeles, Königswarter, Leidesdorf, Oppenheimer und Wertheimstein) hatten hier ihre Ruhestätte.

Die Katastrophe der NS-Herrschaft traf auch den Friedhof in der Seegasse: 1941 wurde die Auflösung aller jüdischen Friedhöfe Wiens beschlossen. Dies führte zur Schändung der Grabstätten durch Exhumierungen und Entwendungen von Grabsteinen. Zwischen 1943 und 1944 wurden zahlreiche Grabsteine zerstört. Durch Einsatz jüdischer Gemeindemitglieder konnten einige Grabsteine und Gebeine gerettet und beim fünften Tor (heute: beim vierten Tor) am Zentralfriedhof versteckt werden. Im Zuge der Wiederentdeckung wurden diese 1981-1983 in die Seegasse zurückgebracht (Eröffnung der Gedenkstätte und Einweihung am 4. September 1983).

Als die Gemeinde Wien 1978 das Areal erwarb, verpflichtete sie sich, den Friedhof zu restaurieren. Der aus dem Jahr 1670 stammende und noch immer gültige Vertrag über die "Unantastbarkeit für alle Zeiten" des Friedhofes wurde unter Bürgermeister Leopold Gratz 1978 neu festgeschrieben. Die Gemeinde Wien übernahm die Betreuung und Instandsetzung des Gräberfeldes. Ein maßstabgetreuer Plan und der vorhandene Baumbestand dienten der Rekonstruktion der Grabstätten.

Seit 1984 ist der Friedhof wieder zugänglich. Der jüdische Friedhof Seegasse kann tagsüber über das PensionistInnen-Wohnhaus Roßau betreten werden, in dessen Innenhof er sich befindet. Das Friedhofsareal beträgt rund 2.000 Quadratmeter.

2013 wurden bei den laufenden Restaurierungsarbeiten 20 weitere historische Grabsteine sowie zahlreiche Fragmente entdeckt (siehe Seegasse sub Archäologie).

Siehe auch: Israelitische Friedhöfe, Friedhöfe, Juden, Jüdische Geschichte (Portal)..

Video

wien.at, Stadt Wien: Jüdischer Friedhof Seegasse, 4 Min. 24 Sek. [Stand: 10.7.2017]