Zum blauen Freihaus (6, Gumpendorfer Straße 9)
48° 12' 0.76" N, 16° 21' 41.52" E zur Karte im Wien Kulturgut
Das 1903 demolierte Haus 6., Gumpendorfer Straße 9 hatte zuvor die Hausnummer 7.
Stätte der Spielkartenerzeuger
Im sogenannten "Blauen Haus" waren auf Befehl Karls VI. sämtliche in Wien anwesenden Spielkartenerzeuger und Kartenmaler samt ihren Familien untergebracht. Sie durften nirgends anders als in diesem magistratischen Freihaus wohnen, da der Kaiser streng gegen die in Wien "eingerissene Spielwuth" vorging und daher viele einschränkende Verordnungen erließ. Das Haus kam später in den Besitz von Privaten.[1]
Gasthaus "Zum blauen Freihaus"
1881 eröffnete der Gastwirt Josef Haagen das Gasthaus "Zum blauen Freihaus", in das der Lokalschriftsteller Friedrich Schlögl mit seiner Tischgesellschaft „Schlöglrunde" übersiedelte (zuvor im Lokal „Zum schwarzen Gattern" in der Laimgrubengasse 12). Die Gaststätte war auch Sitz der Haagengesellschaft, die sich nach dem Wirt des Gasthauses „Hagenbund" nannte.
Anfang 20. Jahrhundert (1903) wurde das Haus abgebrochen, als man einen Bauplatz für das Dekorationsdepot der Hoftheater benötigte (6., Lehárgasse 6-8).
Quellen
Literatur
- Das Wiener Heimatbuch – Mariahilf. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft des Mariahilfer Heimatmuseums. Wien: Austria Press 1963, S. 228
- Ernest Blaschek [Hg.]: Mariahilf einst und jetzt. Wien [u.a.]: Gerlach & Wiedling 1926 (Wiener Heimatbücher), S. 278 ff.
- Wilhelm Kisch, Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. Wien: Oskar Frank's Nachf. Robert Friedländer 1895, II. Band, S. 286

