Karl Zitterhofer

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Daten zur Person

Karl Zitterhofer, * 7. Jänner 1874 Wien, † 20. Dezember 1939 Wien, Offizier.

Biografie

Der aus einer Wiener Bürgerfamilie stammende Karl Zitterhofer wählte die militärische Laufbahn und absolvierte die Wiener Infanterie-Kadettenschule. Am 18. August 1893 wurde er mit 19 Jahren als Kadett-Offiziersstellvertreter dem ungarischen Infanterie-Regiment "Ferdinand IV., Großherzog von Toskana" (Nummer 66) zugeteilt. Aufgrund einer Verletzung für den Truppendienst untauglich geworden, wechselte er im November 1896 in das Kriegsarchiv in Wien, wo er seine Karriere fortsetzte. Ab 1900 wurde Karl Zitterhofer im Rahmen einer wissenschaftlichen Ausbildung der k.u.k. Offiziere außerordentliches Mitglied am Institut für Geschichtsforschung in Wien, verblieb jedoch nach Ablegung einer Staatsprüfung 1902 im Dienst des Kriegsarchives in Wien.

Zitterhofer fungierte von 1902 bis 1917 als Adjutant der Direktion des Kriegsarchives in Wien, vorerst bei Direktor Emil Woinovich und ab 1913 bei Edmund Glaise-Horstenau. In dieser Funktion widmete er sich neben seiner Verwaltungsarbeit der Herausgabe der "Militärischen Zeitschrift", die 1908 ihr hundertjähriges Jubiläum feierte.

Um 1905 übersiedelte das Kriegsarchiv in die Stiftkaserne in Wien-Neubau, im Jahr 1909 ernannte man Zitterhofer zum Hauptmann. Ab 1914 war das Kriegsarchiv für die Kriegsfilmpropaganda zuständig und Zitterhofer wurde neben seiner Funktion zusätzlich Filmreferent. Im Jahr 1917 zum Major befördert, brachte der Zusammenbruch der Monarchie 1918 Veränderungen im Kriegsarchiv mit sich, unter denen er nicht weiterarbeiten wollte. Er wurde mit dem Jahr 1919 pensioniert.

Gefördert von einem seiner Freunde, Alexander Josef Kolowrat-Krakowsky, dem Gründer der Sascha-Film, wechselte Karl Zitterhofer in die Filmindustrie, wurde Jahre später aber Direktor der Porzellanmanufaktur im Augarten. Er kehrte jedoch einige Zeit später zurück zum Film (etwa als Berater für den Streifen "Spione am Werk", 1932/1933). Zitterhofer war auch Autor diverser Artikel in "Danzers Armee-Zeitung", die von 1920 bis 1938 als "Österreichische Wehrzeitung" fortgeführt wurde, sowie Berater beim Film "Mayerling" aus dem Jahr 1936. Während des Zweiten Weltkriegs war er als Mitglied des Filmbeirates der Stadt Wien im Bereich der Filmzensur tätig. Karl Zitterhofer verstarb am 20. Dezember 1939 im Alter von 66 Jahren.

Zitterhofer erhielt mehrere Ehrenzeichen und Orden, 1915 wurde er zum Ritter des Franz-Joseph-Ordens ernannt.

Quellen

Literatur

  • Peter Broucek [Hg.]: Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau. Band 1. Wien / Graz [u. a.]: Böhlau 1980, S. 274, 366.
  • Oskar Regele: Die Geschichtsschreibung im Wiener Kriegsarchiv von 1779 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. In: Leo Santifaller [Hg.]: Festschrift zur Feier des zweihundertjährigen Bestandes des Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Band 1. Wien: Österreichische Staatsdruckerei 1949, S. 732−743
  • Ferdinand Stöller: Nekrolog. Karl Zitterhofer. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 53 (1939), Heft 3−4
  • Karl Zitterhofer: Die literarische Tätigkeit des Kriegsarchivs 1784−1909. In: Österreichische Militärische Zeitschrift 2/1909, S. 1717−1726

Weblinks