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Celestina Truxa

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Daten zur Person
PersonennameName der Person Truxa, Celestina
Abweichende NamensformAlternative Formen des Namens Truxa, Cölestine; Oeppinger, Celestine; Öppinger, Celestine
Titel
Geschlecht weiblich
Wien Geschichte WikiIdentifier/Persistenter URL zur Seite 
GNDGemeindsame Normdatei 117427527
Wikidata Q59653307
GeburtsdatumDatum der Geburt 4. August 1852
GeburtsortOrt der Geburt Verona (Italien)
SterbedatumSterbedatum 20. Mai 1935
SterbeortSterbeort Wien
BerufBeruf Lehrerin, Herausgeberin, Redakteurin, Vereinsfunktionärin
Parteizugehörigkeit
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus
Siehe auchVerweist auf andere Objekte im Wiki  Langes 19. Jahrhundert
RessourceUrsprüngliche Ressource 
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Recherche
Letzte Änderung am 19.10.2023 durch WIEN1.lanm09fri
BestattungsdatumDatum der Bestattung  22. Mai 1935
FriedhofFriedhof, auf dem eine Person begraben wurde Zentralfriedhof
Grabstelle Gruppe 27A, Reihe 2, Nr. 46
  • 1., Johannesgasse 2 (Wohnadresse)
  • 9., Währinger Straße 64 (Wohnadresse)
  • 4., Karlsgasse 4 (Wohnadresse)
  • 6., Köstlergasse 5 (Wohnadresse)
Familiäre Beziehung
Berufliche Beziehung
Beziehung, Bekanntschaft, Freundschaft

Celestina Truxa, * 4. August 1852 Verona (Italien), † 20. Mai 1935 Wien, Lehrerin, Herausgeberin, Redakteurin, Vereinsfunktionärin.

Biografie

Celestina Truxa (geborene Oeppinger) wurde 1852 in Verona, das zu diesem Zeitpunkt zum Kaisertum Österreich gehörte, als Tochter von Barbara und Josef Oeppinger geboren. Ihr Vater war als k.k. Offizier und Kasernenverwalter in Verona stationiert. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Vermutlich gab es mehrere Ortswechsel, da die Familie dem Vater folgte, wenn er in einer neuen Garnison eingesetzt wurde.

Von 1875 bis zu ihrer Eheschließung war Celestina Oeppinger in Wien als Privatlehrerin tätig. Im August 1880 heiratete sie den aus Böhmen stammenden Journalisten und Eigentümer der "Verkehrs-Zeitung" Leo Johann Robert Truxa, mit dem sie zwei Söhne (Robert Truxa, 1882 bis 1949, und Leo Truxa 1884 bis 1976) hatte. Der plötzliche Tod ihres Mannes, der im August 1886 unter unklaren Umständen in der Schweiz verstarb, veränderte ihr Leben grundlegend. Sie übernahm von ihm die "Verkehrs-Zeitung", ein wöchentlich erscheinendes Blatt, das sie bis 1910 als Eigentümerin und Herausgeberin weiterführte. Außerdem zog sie 1887 mit ihren Kindern von ihrer bisherigen Wohnung im 9. Bezirk in die Karlsgasse 4 im 4. Bezirk. Als Hauptmieterin übernahm sie jene Wohnung, in der Johannes Brahms bereits seit einigen Jahren in Untermiete lebte. Damit wurde sie zu seiner "Hauswirtin" und lebte die nächsten zehn Jahre – bis zu seinem Tod – Tür an Tür mit dem berühmten Komponisten. Auch organisierte sie verschiedene Tätigkeiten in seinem Haushalt. Als Brahms am 3. April 1896 verstarb, war Celestina Truxa während seiner letzten Stunden bei ihm. Johannes Brahms, der nie geheiratet hatte, bedachte sie in seinem Erbe und vermachte ihr 10.000 Gulden, Möbel und Bilder. Nach dem Tod von Johannes Brahms bezog Celestina Truxa eine Wohnung im 6. Bezirk, in der sie bis zu ihrem Tod lebte. Ab 1920 führte sie eine Tabak-Trafik.

Celestina Truxa war nachweislich auch in verschiedenen Vereinen aktiv. Sie war langjähriges Mitglied im 1885 gegründeten Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien. 1889 wurde sie vom Verein als stellvertretendes Ausschussmitglied nominiert. 1902 steuerte sie ein Gedicht für ein Büchlein bei, das als literarische Damenspende beim Schriftstellerball der deutsch-österreichischen Schriftstellergenossenschaft ausgegeben wurde.

Aktiv war sie auch im sozialen Bereich. Sie war Schriftführerin in der 1904 gegründeten "Auskunftsstelle für Wohlfahrtseinrichtungen in Wien". Ab 1903 engagierte sie sich in der Österreichischen Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels (später: Österreichische Mädchen- und Kinderschutzliga) und führte die Vereinsgeschäfte als Generalsekretärin in den Jahren 1904 bis 1914. Unter der Leitung von Celestina Truxa erfuhr die Liga einen wesentlichen Ausbau. Die Organisation unterhielt Zweigstellen in verschiedenen Städten der Monarchie, organisierte Wohltätigkeitsveranstaltungen, eröffnete sogenannte "Mädchenschutzstationen" und kämpfte unter anderem gegen Verwahrlosung und Prostitution. Im Zusammenhang mit ihrem sozialen Engagement lernte Celestina Truxa auch wichtige Vertreterinnen der Frauenbewegung, wie beispielsweise Marianne Hainisch und Bertha Pappenheim, kennen.

Durch eine Schenkung von Leo Truxa an die Stadt Wien gelangte jener Teil des Nachlasses seiner Mutter, der Johannes Brahms betraf, an die Wienbibliothek im Rathaus. Die Sammlung "Johannes Brahms / Celestine Truxa" umfasst rund 460 Schriftstücke, darunter Briefe, Postkarten und Fotografien, aber auch hauswirtschaftliche Ausgabebücher und kurze Berichte darüber, wie Celestine Truxa mit Johannes Brahms bekannte wurde und wie sie die letzten Stunden an seinem Sterbebett verbrachte.

Zu ihren Lebensdaten gibt es unterschiedliche Angaben. Als Todesdatum wird auch der 9. Mai 1935 genannt. Celestina Truxa wurde am 22. Mai 1935 am Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Quellen

Literatur


Celestina Truxa im Katalog der Wienbibliothek im Rathaus.

Weblinks