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Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC; deutsch: Organisation der Erdöl exportierenden Länder). Am 14. September 1960 kamen die Staaten Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela daher in Bagdad überein, die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) zu gründen. Wichtigste Ziele waren eine Koordinierung der Erdölpolitik der Mitgliedsländer, Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen, vor allem gegenüber den internationalen Konzernen sowie Stabilisierung der Preise. Später traten der Organisation noch weitere Staaten wie Katar (1961), Indonesien (1962), Libyen (1962), die Vereinigten Arabischen Emirate (1967), Algerien (1969) und Nigeria (1971) bei. Heute umfasst die OPEC 11 Mitglieder.
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Die Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC; deutsch: Organisation der Erdöl exportierenden Länder) wurde am 14. September 1960 von den Staaten Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela in Bagdad gegründet. Durch eine Reihe weiterer Eintritte, aber auch Austritte umfasst die Organisation 2020 13 Mitglieder aus Afrika, Südamerika und dem Nahen Osten. Zu den grundsätzlichen Zielen der OPEC gehört die Koordination der Erdölpolitiken der Mitglieder, die Wahrnehmung individueller und gemeinsamer Interessen, die Stabilisierung der Preise auf den internationalen Ölmärkten sowie eine effiziente, wirtschaftliche und regelmäßige Versorgung der Konsumenten mit Erdöl. Dazu zählen etwa Beschlüsse über eine Anhebung oder Senkung der Förderquoten.
 
 
Zu den grundsätzlichen Zielen der OPEC gehört die Koordination der Erölpolitiken der Mitglieder, die Wahrnehmung individueller und gemeinsamer Interessen, die Stabilisierung der Preise auf den internationalen Ölmärkten sowie eine effiziente, wirtschaftliche und regelmäßige Versorgung der Konsumenten mit Erdöl. Dazu zählen etwa Beschlüsse über eine Anhebung oder Senkung der Förderquoten.
 
  
Das Hauptquartier der Organisation war vorerst in Genf angesiedelt. Österreich bemühte sich ab dem Staatsvertrag 1955 verstärkt um die Ansiedlung von internationalen Organisationen. So ist Wien etwa seit 1957 Sitz der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA); 1966 bewarb sich Wien erfolgreich um die Ansiedlung der UN-Organisation für Industrielle Entwicklung (UNIDO). Nach Verhandlungen und einem Beschluss der OPEC, den Sitz nach Wien zu verlegen, unterzeichneten der damalige österreichischen Außenminister Bruno Kreisky und der damalige Generalsekretär der OPEC Ashraf Lutfi am 1. September 1965 ein Abkommen zur Errichtung eines Amtssitzes in der Bundeshauptstadt. Vorerst in zwei kleinen Gebäuden untergebracht, übersiedelte das Sekretariat schließlich in das Haus Dr. Karl Lueger-Ring 10. Der rechtliche Status der OPEC wurde durch das Amtssitzabkommen 1974 festgelegt.
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Das Hauptquartier der Organisation war vorerst in Genf angesiedelt, wurde 1965 aber nach Wien verlegt. Am 1. September 1965 unterzeichneten der damalige österreichischen Außenminister [[Bruno Kreisky]] und der damalige Generalsekretär der OPEC Ashraf Lutfi ein Abkommen zur Errichtung eines Amtssitzes in der Bundeshauptstadt. Vorerst in zwei kleinen Gebäuden am [[Möllwaldplatz]] untergebracht, übersiedelte das Sekretariat schließlich in das "[[OPEC-Haus]]" am [[Dr.-Karl-Lueger-Ring]] 10. Dort wurde die Organisation während einer Konferenz im Dezember 1975 Ziel eines [[Terroranschläge (Wien)|Terroranschlags]], während dem 70 Personen, darunter elf Minister, als Geiseln genommen wurden.  
Am 21. Dezember 1975 überfiel ein internationales Terrorkommando unter der Leitung des Venezolaners Ramirez Sanchez Illich („Carlos“) das Gebäude der OPEC während einer Konferenz und nahm rund 70 Geiseln, darunter 11 Minister, gefangen. Ein Polizist wurde erschossen, ein weiterer schwer verletzt. Im Zuge von Verhandlungen konnte die österreichische Bundesregierung ein unblutiges Ende der Geiselnahme erreichen, indem sie den Terroristen freies Geleit garantierte. 
 
Der Terrorüberfall ließ Stimmen laut werden, die an eine Verlegung des Sitzes dachten. Österreich stellte der Organisation daher ein neues Hauptquartier am Donaukanal zur Verfügung und garantierte strenge Sicherheitsmaßstäbe. Der Mietvertrag wurde im August 1976 unterzeichnet, im März 1977 konnte das neue Gebäude in der Oberen Donaustraße 93 am Donaukanal bezogen werden.
 
  
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Der Anschlag, der einen Polizisten das Leben kostete, ansonsten aber unblutig beendet werden konnte, führte zu Diskussionen über eine Verlegung des Amtssitzes. Österreich stellte der Organisation daraufhin ein neues Hauptquartier am [[Donaukanal]] zur Verfügung und garantierte strenge Sicherheitsmaßstäbe. Im März 1977 konnte das neue Gebäude in Wien-Leopoldstadt, [[Obere Donaustraße]] 93, bezogen werden. Im November 2009 übernahm die Organisation schließlich einen Neubau in der [[Helferstorferstraße]] in der Nähe des neben des [[Börse (Gebäude)|Börsengebäudes]] in der Inneren Stadt. Die Mietkosten werden von der Republik Österreich und der Stadt Wien getragen.
  
Das offizielle Logo der Organisation wurde im Rahmen eines Wettbewerbs 1969 ermittelt, den die Österreicherin Gertrude Svoboda gewann. Es wurde durch Kundmachung im österreichischen Bundesgesetzblatt im Juni 1970 öffentlich anerkannt.  
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Das offizielle Logo der Organisation wurde im Rahmen eines Wettbewerbs 1969 ermittelt, den die Österreicherin Gertrude Svoboda gewann.  
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==
 
* Giuliano Garavini: The rise and fall of OPEC in the twentieth century. Oxford: Oxford University Press 2019
 
* Giuliano Garavini: The rise and fall of OPEC in the twentieth century. Oxford: Oxford University Press 2019
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* Als die OPEC nach Wien kam. In: Die Presse, 25.06.2015
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* Ausstellung "40 Jahre OPEC in Wien" im Arkadenhof. In: Rathauskorrespondenz, 20.09.2005
  
 
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==Weblinks==
==Links==
 
 
* [https://www.opec.org/opec_web/en/about_us/24.htm OPEC: Brief History]  
 
* [https://www.opec.org/opec_web/en/about_us/24.htm OPEC: Brief History]  
 
* [https://www.bmeia.gv.at/europa-aussenpolitik/wien-als-sitz-internationaler-organisationen/internationale-organisationen-mit-sitz-in-wien-und-umgebung/ BMEIA: Internationale Organisationen mit Sitz in Wien und Umgebung]
 
* [https://www.bmeia.gv.at/europa-aussenpolitik/wien-als-sitz-internationaler-organisationen/internationale-organisationen-mit-sitz-in-wien-und-umgebung/ BMEIA: Internationale Organisationen mit Sitz in Wien und Umgebung]

Aktuelle Version vom 3. November 2023, 16:01 Uhr

Daten zur Organisation
Art der Organisation Institution
Datum von 14. September 1960
Datum bis
Benannt nach
Prominente Personen
PageID 64664
GND
WikidataID Q7795
Objektbezug 1945 bis heute
Quelle
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Recherche
Letzte Änderung am 3.11.2023 durch WIEN1.lanm09fri
  • 1., Helferstorferstraße 17

Frühere Adressierung

Es wurden noch keine Bezeichnungen erfasst.

Es wurden noch keine Personen erfasst.

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48° 12' 51.54" N, 16° 21' 57.85" E  zur Karte im Wien Kulturgut

Die Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC; deutsch: Organisation der Erdöl exportierenden Länder) wurde am 14. September 1960 von den Staaten Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela in Bagdad gegründet. Durch eine Reihe weiterer Eintritte, aber auch Austritte umfasst die Organisation 2020 13 Mitglieder aus Afrika, Südamerika und dem Nahen Osten. Zu den grundsätzlichen Zielen der OPEC gehört die Koordination der Erdölpolitiken der Mitglieder, die Wahrnehmung individueller und gemeinsamer Interessen, die Stabilisierung der Preise auf den internationalen Ölmärkten sowie eine effiziente, wirtschaftliche und regelmäßige Versorgung der Konsumenten mit Erdöl. Dazu zählen etwa Beschlüsse über eine Anhebung oder Senkung der Förderquoten.

Das Hauptquartier der Organisation war vorerst in Genf angesiedelt, wurde 1965 aber nach Wien verlegt. Am 1. September 1965 unterzeichneten der damalige österreichischen Außenminister Bruno Kreisky und der damalige Generalsekretär der OPEC Ashraf Lutfi ein Abkommen zur Errichtung eines Amtssitzes in der Bundeshauptstadt. Vorerst in zwei kleinen Gebäuden am Möllwaldplatz untergebracht, übersiedelte das Sekretariat schließlich in das "OPEC-Haus" am Dr.-Karl-Lueger-Ring 10. Dort wurde die Organisation während einer Konferenz im Dezember 1975 Ziel eines Terroranschlags, während dem 70 Personen, darunter elf Minister, als Geiseln genommen wurden.

Der Anschlag, der einen Polizisten das Leben kostete, ansonsten aber unblutig beendet werden konnte, führte zu Diskussionen über eine Verlegung des Amtssitzes. Österreich stellte der Organisation daraufhin ein neues Hauptquartier am Donaukanal zur Verfügung und garantierte strenge Sicherheitsmaßstäbe. Im März 1977 konnte das neue Gebäude in Wien-Leopoldstadt, Obere Donaustraße 93, bezogen werden. Im November 2009 übernahm die Organisation schließlich einen Neubau in der Helferstorferstraße in der Nähe des neben des Börsengebäudes in der Inneren Stadt. Die Mietkosten werden von der Republik Österreich und der Stadt Wien getragen.

Das offizielle Logo der Organisation wurde im Rahmen eines Wettbewerbs 1969 ermittelt, den die Österreicherin Gertrude Svoboda gewann.

Literatur

  • Giuliano Garavini: The rise and fall of OPEC in the twentieth century. Oxford: Oxford University Press 2019
  • Als die OPEC nach Wien kam. In: Die Presse, 25.06.2015
  • Ausstellung "40 Jahre OPEC in Wien" im Arkadenhof. In: Rathauskorrespondenz, 20.09.2005

Weblinks