Gedenkstein für Opfer des Faschismus: Unterschied zwischen den Versionen

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Dieses Erinnerungszeichen an die Gewalt des [[Nationalsozialismus]] wurde am 11. April 1951 am [[Morzinplatz]] im [[1]]. [[Bezirke| Bezirk]] errichtet. Es erinnert an die Zentrale der [[Gestapoleitstelle Wien|Gestapo]] im ehemaligen [[Hotel Métropole]], in dem während des [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen Regimes]] mit brutalen Mitteln und unter Folter Verhöre stattfanden. Das Denkmal war in der Frühzeit der Zweiten Republik umstritten beziehungsweise umkämpft. Da andere Vorhaben zur Errichtung größerer Gedenkstätten für die (politischen) Opfer des nationalsozialisten Regimes immer wieder verzögert wurden oder scheiterten, wurde am 11. April 1951 am Morzinplatz im Zuge einer politischen Kundgebung des [[KZ-Verband]]s ein Gedenkstein illegal errichtet und enthüllt. Die Stadt Wien übernahm das Denkmal in seine Pflege.
  
Die Eröffnung des Gedenksteins geschah im Zuge einer großen Kundgebung an der mehrere Tausend Personen teilnahmen. Inhaltlich wirkten an der Eröffnung [[Ludwig Steiner]] ([[Widerstandskämpfer, Bundeskanzleramt, [[ÖVP]]), [[Josef Lauscher]] (Gemeinderat, [[KPÖ]]) und [[Gustav Wegerer]] (Obmann des [[KZ-Verband]]s Wien) mit.
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Die Eröffnung des Gedenksteins geschah im Zuge einer großen Kundgebung an der mehrere Tausend Personen teilnahmen. Inhaltlich wirkten an der Eröffnung [[Ludwig Steiner]] ([[Widerstandsbewegung|Widerstandskämpfer]], Bundeskanzleramt, [[ÖVP]]), [[Josef Lauscher]] ([[Gemeinderat]], [[KPÖ]]) und Gustav Wegerer (Obmann des KZ-Verbands Wien) mit.
  
Der Gedenkstein trug 1951 die Inschrift - wobei zwischen den Jahreszahlen der rote WInkel des KZ-Verbands und die Zahl '369' angebracht war:
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Der Gedenkstein trug 1951 die Inschrift - wobei zwischen den Jahreszahlen der rote Winkel des KZ-Verbands und die Zahl '369' angebracht war:
 
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1985 wurde der Gedenkstein durch das [[Mahnmal Niemals Vergessen für die Opfer der Gestapo]] ersetzt. Der Standort des neuen Mahnmals rückte näher zum tatsächlichen Standort des früheren Gestapo-Hauses wodurch die Formulierung "Hier stand" zutreffender wurde.
 
1985 wurde der Gedenkstein durch das [[Mahnmal Niemals Vergessen für die Opfer der Gestapo]] ersetzt. Der Standort des neuen Mahnmals rückte näher zum tatsächlichen Standort des früheren Gestapo-Hauses wodurch die Formulierung "Hier stand" zutreffender wurde.
  
Der Gedenkstein wurde mehrfach verändert, sowohl seine Gestalt als auch sein Standort. So zeigt ein Bild aus 1951 einen flach liegenden Stein sowie die Zahlen "1938 1945" neben dem roten Winkel.<ref>Ein Gedenkstein für die Opfer der Gestapo auf dem Morzinplatz. In: Der neue Mahnruf, Nr. 5, 1951, S. 3.</ref> Ein 1975 abgedrucktes Bild zeigt den gleichen Stein und selbe Inschrift, jedoch ohne die Jahreszahlen, etwa in der Mitte des Platzes.<ref>Erich Fein: Die Steine reden. Gedenkstätten des österreichischen Freiheitskampfes. Mahnmale für die Opfer des Faschismus. Eine Dokumentation. Wien: Europa-Verlag 1975, S. 21.</ref> Ein 1975 aufgenommenes Bild zeigt den Gedenkstein nahe der [[Ruprechtsstiege]], zudem auf einem Steinsockel montiert und einen "leeren" Winkel statt dem roten Winkel.<ref>[http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=18436046 ÖNB-Bildarchiv, Sign. LE 75030220] [Stand: 1.7.2014].</ref>
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Der Gedenkstein wurde mehrfach verändert, sowohl seine Gestalt als auch sein Standort. So zeigt ein Bild aus 1951 einen flach liegenden Stein sowie die Zahlen "1938 1945" neben dem roten Winkel.<ref>Ein Gedenkstein für die Opfer der Gestapo auf dem Morzinplatz. In: Der neue Mahnruf, Nr. 5, 1951, S. 3.</ref> Ein 1975 abgedrucktes Bild zeigt den gleichen Stein und Inschrift, jedoch ohne die Jahreszahlen und aufrecht stehend etwa in der Mitte des Platzes.<ref>Erich Fein: Die Steine reden. Gedenkstätten des österreichischen Freiheitskampfes. Mahnmale für die Opfer des Faschismus. Eine Dokumentation. Wien: Europa-Verlag 1975, S. 21.</ref> Ein 1975 aufgenommenes Bild zeigt den Gedenkstein nahe der [[Ruprechtsstiege]], zudem auf einem Steinsockel montiert und einen "leeren" Winkel statt dem roten Winkel.<ref>[http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=18436046 ÖNB-Bildarchiv, Sign. LE 75030220] [Stand: 1.7.2014].</ref>
  
 
==Literatur==
 
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== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==
 
 
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Aktuelle Version vom 14. April 2021, 23:33 Uhr

Daten zur Erinnerung
Art des Erinnerns Denkmal
Status ersetzt
Gewidmet
Datum von 1951
Datum bis 1985
Stifter KZ-Verband (KPÖ)
Art des Stifters Parteien und Opferverbände
Architekt
Standort Straßenraum
Ortsbezug Deportations- oder Todesort, Repressionsort, Machtort
Bezirk 1
Historischer Bezug Nationalsozialismus
Thema der Erinnerung Haft, Widerstand, Befreiung
Gruppe GegnerInnen
Geschlechtsspezifik Beide
PageID 51452
GND
WikidataID
Objektbezug
Quelle POREM
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Recherche
Letzte Änderung am 14.04.2021 durch DYN.krabina
  • 1., Morzinplatz

Es wurden noch keine Bezeichnungen erfasst!

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48° 12' 47.00" N, 16° 22' 28.21" E  zur Karte im Wien Kulturgut

Dieses Erinnerungszeichen an die Gewalt des Nationalsozialismus wurde am 11. April 1951 am Morzinplatz im 1. Bezirk errichtet. Es erinnert an die Zentrale der Gestapo im ehemaligen Hotel Métropole, in dem während des nationalsozialistischen Regimes mit brutalen Mitteln und unter Folter Verhöre stattfanden. Das Denkmal war in der Frühzeit der Zweiten Republik umstritten beziehungsweise umkämpft. Da andere Vorhaben zur Errichtung größerer Gedenkstätten für die (politischen) Opfer des nationalsozialisten Regimes immer wieder verzögert wurden oder scheiterten, wurde am 11. April 1951 am Morzinplatz im Zuge einer politischen Kundgebung des KZ-Verbands ein Gedenkstein illegal errichtet und enthüllt. Die Stadt Wien übernahm das Denkmal in seine Pflege.

Die Eröffnung des Gedenksteins geschah im Zuge einer großen Kundgebung an der mehrere Tausend Personen teilnahmen. Inhaltlich wirkten an der Eröffnung Ludwig Steiner (Widerstandskämpfer, Bundeskanzleramt, ÖVP), Josef Lauscher (Gemeinderat, KPÖ) und Gustav Wegerer (Obmann des KZ-Verbands Wien) mit.

Der Gedenkstein trug 1951 die Inschrift - wobei zwischen den Jahreszahlen der rote Winkel des KZ-Verbands und die Zahl '369' angebracht war:

"1938 1945 Hier stand das Haus der Gestapo.
Es war für die Bekenner Österreichs die Hölle
es war für viele von ihnen der Vorhof des Todes.
Es ist in Trümmer gesunken wie das 1000 jährige Reich.
Österreich aber ist wieder auferstanden und mit ihm
unsere Toten, die unsterblichen Opfer."

1985 wurde der Gedenkstein durch das Mahnmal Niemals Vergessen für die Opfer der Gestapo ersetzt. Der Standort des neuen Mahnmals rückte näher zum tatsächlichen Standort des früheren Gestapo-Hauses wodurch die Formulierung "Hier stand" zutreffender wurde.

Der Gedenkstein wurde mehrfach verändert, sowohl seine Gestalt als auch sein Standort. So zeigt ein Bild aus 1951 einen flach liegenden Stein sowie die Zahlen "1938 1945" neben dem roten Winkel.[1] Ein 1975 abgedrucktes Bild zeigt den gleichen Stein und Inschrift, jedoch ohne die Jahreszahlen und aufrecht stehend etwa in der Mitte des Platzes.[2] Ein 1975 aufgenommenes Bild zeigt den Gedenkstein nahe der Ruprechtsstiege, zudem auf einem Steinsockel montiert und einen "leeren" Winkel statt dem roten Winkel.[3]

Literatur

  • Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes [Hg.]: Gedenken und Mahnen in Wien 1934-1945. Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung. Eine Dokumentation. Wien: Deuticke 1998, S. 52

Einzelnachweise

  1. Ein Gedenkstein für die Opfer der Gestapo auf dem Morzinplatz. In: Der neue Mahnruf, Nr. 5, 1951, S. 3.
  2. Erich Fein: Die Steine reden. Gedenkstätten des österreichischen Freiheitskampfes. Mahnmale für die Opfer des Faschismus. Eine Dokumentation. Wien: Europa-Verlag 1975, S. 21.
  3. ÖNB-Bildarchiv, Sign. LE 75030220 [Stand: 1.7.2014].