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Ferdinand von Saar

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Ferdinand von Saar (1892)
Daten zur Person
PersonennameName der Person Saar, Ferdinand von
Abweichende NamensformAlternative Formen des Namens
Titel
Geschlecht männlich
Wien Geschichte WikiIdentifier/Persistenter URL zur Seite 
GNDGemeindsame Normdatei 118604449
Wikidata Q78977
GeburtsdatumDatum der Geburt 30. September 1833
GeburtsortOrt der Geburt Wien
SterbedatumSterbedatum 24. Juli 1906
SterbeortSterbeort Wien
BerufBeruf Schriftsteller, Politiker
Parteizugehörigkeit
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus
Siehe auchVerweist auf andere Objekte im Wiki  Ferdinand von Saar (Bestände)
RessourceUrsprüngliche Ressource  Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
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Letzte Änderung am 18.04.2024 durch WIEN1.lanm09lue
BestattungsdatumDatum der Bestattung  26. Juli 1906
FriedhofFriedhof, auf dem eine Person begraben wurde Döblinger Friedhof
Grabstelle Gruppe 26, Nummer 33
GrabwidmungGrabwidmung als Ehrengrab, historisches oder ehrenhalber gewidmetes Grab  ehrenhalber gewidmetes Grab
BildnameName des Bildes ferdinandvonsaar.jpg
BildunterschriftInformation, die unterhalb des Bildes angezeigt werden soll Ferdinand von Saar (1892)
  • 19., Rudolfinergasse 6 (Sterbeadresse)
  • 6., Getreidemarkt 3 (Geburtsadresse)
  • 19., Döblinger Hauptstraße 94 (Wohnadresse)
  • 19., Pyrkergasse 13 (Wohnadresse)
  • 19., Billrothstraße 44 (Wohnadresse)
  • 4., Preßgasse 22 (Wohnadresse)
  • 4., Prinz-Eugen-Straße 10 (Wohnadresse)
  • 4., Argentinierstraße 13 (Wohnadresse)
  • 9., Berggasse 15 (Wohnadresse)
  • 1., Rotenturmstraße 23 (Wohnadresse)
Familiäre Beziehung
Berufliche Beziehung
Beziehung, Bekanntschaft, Freundschaft
  • Mitglied des Herrenhauses des Reichsrates

Ferdinand von Saar, * 30. September 1833 Wien, † 24. Juli 1906 Wien, Schriftsteller, Offizier.

Biographie

Als Kind wohnte Saar 1, Rotenturmstraße 23; nach dem Besuch des Schottengymnasiums (Gedenktafel 1, Freyung 6) trat er in die Armee ein, wurde 1854 Offizier, nahm jedoch 1859 seinen Abschied, um sich der wissenschaftlichen Ausbildung, vor allem aber dem Schreiben widmen zu können. Als freier Schriftsteller lebte er meist auf den Schlössern Blansko und Raitz (Mähren) oder als Gast auf Gutshöfen seiner Freunde und in der Villa Wertheimstein. Er war einer der namhaftesten realistischen Erzähler an der Wende zum 20. Jahrhundert, ein Poet von feinster Stimmung und ein Meister novellistischer Technik. Er schilderte die k. u. k. Armee, die Wiener Gesellschaft und die Verfallserscheinungen der alten Monarchie mit psychologischem Scharfsinn. Seine von tiefer Menschlichkeit zeugenden Erzählungen sind meist autobiographisch getönt und stehen dem Stil des Wiener Impressionismus nahe.

Obwohl als Lyriker und Erzähler äußerst erfolgreich, konnte er sich als Dramatiker nicht durchsetzen. Die meisten seiner Novellen erschienen in Sammlungen (unter anderem Novellen aus Österreich, 1876 und 1897; Drei neue Novellen, 1883; Schicksale, 1889), seine Gedichte unter dem Titel "Wiener Elegien" 1893, seine "Sämtlichen Werke" (zwölf Bände [Hg. Jakob Minor, Biographie von Anton Bettelheim]) 1908.

Saar war auch Verfasser der Prologe für die Festvorstellung im Hofoperntheater am Abend der Enthüllung des Maria-Theresien-Denkmals (1888) und für die Eröffnungsvorstellung des Deutschen Volkstheaters (1889). Saar wohnte unter anderem 1, Rotenturmstraße 23 (als Kind), 9, Berggasse 15 (1840-1849), 4, Argentinierstraße 13, 4, Prinz-Eugen-Straße 10, 4, Preßgasse 22, 19, Billrothstraße 44 (1869), 19, Pyrkergasse 13 (ab 1870), Billrothstraße 44 und Döblinger Hauptstraße 94 (mit der Familie des die benachbarte Wertheimsteinvilla bewohnenden Bankiers Leopold von Wertheimstein war Saar befreundet; besonders Josefine von Wertheimstein unterstützte ihn [auch finanziell]; Saar-Gedenkraum in der Villa [heute Bezirksmuseum Döbling]) sowie Gedenktafel 19, Rudolfinergasse 6 (Vorläufergebäude war Sterbehaus); Gedenkstein mit Versen Saars an der Fassade des Hauses 5, Ziegelofengasse 10. Saardenkmal, Saarplatz. Universalerbe und Nachlassverwalter Saars war sein Neffe Rudolf Maresch.

Ein 2.193 Inventarnummern umfassender "Nachlass Ferdinand von Saar" sowie eine "Sammlung Ferdinand von Saar" befinden sich in der Wienbibliothek im Rathaus.

Quellen

Werke

  • Ferdinand von Saar: Kaiser Heinrich der Vierte. Ein deutsches Trauerspiel in zwei Abtheilungen. Hildebrand. Erste Abtheilung. Heidelberg: Weiß 1865
  • Ferdinand von Saar: Innocens. Ein Lebensbild. Heidelberg: Weiß 1866
  • Ferdinand von Saar: Kaiser Heinrich der Vierte. Ein deutsches Trauerspiel in zwei Abtheilungen. Heinrichʼs Tod. Zweite Abtheilung. Heidelberg: Weiß 1867
  • Ferdinand von Saar: Marianne. Eine Novelle. Heidelberg: Weiß 1873
  • Ferdinand von Saar: Die Steinklopfer. Eine Geschichte. Heidelberg: Weiß 1874
  • Ferdinand von Saar: Die beiden de Witt. Trauerspiel in fünf Acten. Heidelberg: Weiß 1875
  • Ferdinand von Saar: Die Geigerin. Novelle. Heidelberg: Weiß 1875
  • Ferdinand von Saar: Novellen aus Oesterreich. Heidelberg: Weiß 1877 [enthält: Innocens, Marianne, Die Steinklopfer, Die Geigerin, Das Haus Reichegg]
  • Ferdinand von Saar: Tempesta. Trauerspiel in fünf Akten. Heidelberg: Weiß 1881
  • Ferdinand von Saar: Gedichte. Heidelberg: Weiß 1882 [2. vermehrte Auflage 1888, 3. vermehrte Auflage 1904]
  • Ferdinand von Saar: Drei neue Novellen. Heidelberg: Weiß 1883 [enthält: Vae victis!, Der Exzellenzherr, Tambi]
  • Ferdinand von Saar: Eine Wohlthat. Volksdrama in vier Acten. Heidelberg: Weiß 1887
  • Ferdinand von Saar: Schloß Kostenitz. Novelle. Heidelberg: Weiß 1893
  • Ferdinand von Saar: Thassilo. Tragödie in fünf Acten. Heidelberg: Weiß 1886
  • Ferdinand von Saar: Schicksale. Drei neue Novellen. Heidelberg: Weiß 1889 [enthält: Leutnant Burda, Seligmann Hirsch, Die Troglodytin]
  • Ferdinand von Saar: Herbstreisen. Drei Novellen. Heidelberg: Weiß 1897 [enthält: Herr Fridolin und das Glück, Ninon, Requiem der Liebe]
  • Ferdinand von Saar: Die Pincelliade. Ein Poem in fünf Gesängen. Heidelberg: Weiß 1897
  • Ferdinand von Saar: Wiener Elegien. Heidelberg: Weiß 1897
  • Ferdinand von Saar: Nachklänge. Neue Gedichte und Novellen. Heidelberg: Weiß 1899 [enthält die Novellen: Doktor Trojan, Conte Gasparo, Sündenfall]
  • Ferdinand von Saar: Camera obscura. Fünf Geschichten. Heidelberg: Weiß 1901 [enthält: Die Brüder, Die Parzen, Der Burggraf, Der Brauer von Habrovan, Dissonanzen] [2. vermehrte Auflage 1904 enthält zusätzlich: Außer Dienst, Die Heirat des Herrn Stäudl, Der Hellene]
  • Ferdinand von Saar: Hermann und Dorothea. Ein Idyll in fünf Gesängen. Kassel: Weiß 1902
  • Ferdinand von Saar: Österreichische Festdichtungen. Wien: Daberkow 1903
  • Ferdinand von Saar: Tragik des Lebens. Vier neue Novellen. Wien: Wiener Verlag 1906 [enthält: Die Familie Worel, Sappho, Hymen, Die Pfründner]


  • Ferdinand von Saars sämtliche Werke in zwölf Bänden. Im Auftrage des Wiener Zweigvereins der Deutschen Schillerstiftung mit einer Biographie des Dichters von Anton Bettelheim. Hg. von Jakob Minor. Leipzig: Hesse [1908]
  • Briefwechsel zwischen Ferdinand von Saar und Maria Ebner-Eschenbach. Hg. von Heinz Kindermann. Wien 1957 (= Jahresgabe der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft 1957)
  • Ferdinand von Saar. Kritische Texte und Deutungen. Hg. von Karl Konrad Polheim. Bonn: Bouvier bzw. Tübingen: Niemeyer 1980–1999 [10 Bände erschienen]

Literatur

  • Michael Boehringer [Hg.]: Ferdinand von Saar: Richtungen der Forschung. Gedenkschrift zum 100. Todestag. Wien: Praesens-Verlag 2006
  • Ernst Kobau: Rastlos zieht die Flucht der Jahre… Josephine und Franziska von Wertheimstein – Ferdinand von Saar. Wien [u.a.]: Böhlau 1997
  • Herbert Klauser: Ein Poet aus Österreich. Ferdinand von Saar - Leben und Werk. Wien: Literas 1990
  • Karl Konrad Polheim [Hg.]: Ferdinand von Saar. Ein Wegbereiter der literarischen Moderne. Festschrift zum 150. Geburtstag. Mit den Vorträgen der Bonner Matinee und des Londoner Symposions sowie weiteren Beiträgen. Bonn: Bouvier 1985
  • Marianne Lukas: Ferdinand von Saar. Leben und Werk. Wien: Humboldt 1947
  • Max Morold: Ferdinand von Saar. Leipzig: Hesse 1909
  • Anton Bettelheim: Ferdinand von Saars Leben und Schaffen. Ferdinand von Saars sämtliche Werke in zwölf Bänden. Im Auftrage des Wiener Zweigvereins der Deutschen Schillerstiftung mit einer Biographie des Dichters von Anton Bettelheim hg. von Jakob Minor. Erster Band. Leipzig: Hesse [1908]
  • Jakob Minor: Ferdinand von Saar. Eine Studie. Leipzig / Wien: Fromme 1898

Weblinks


Ferdinand von Saar im Katalog der Wienbibliothek im Rathaus.