Peter Lorre

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Daten zur Person
Personenname Lorre, Peter
Abweichende Namensform Löwenstein, László; Löwenstein, Ladislav; Loewenstein, László; Loewenstein, Ladislav
Titel
Geschlecht männlich
PageID 50281
GND 118640623
Wikidata Q78505
Geburtsdatum 26. Juni 1904
Geburtsort Rosenberg (heute: Ružomberok)
Sterbedatum 23. März 1964
Sterbeort Los Angeles
Beruf Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor
Parteizugehörigkeit
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Objektbezug Theater, Film, Fernsehen, Kino, Schauspieler
Quelle
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Recherche
Letzte Änderung am 28.02.2024 durch DYN.jknuechel
Begräbnisdatum
Friedhof Hollywood Forever Cemetery
Grabstelle

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Familiäre Beziehung
Berufliche Beziehung
Beziehung, Bekanntschaft, Freundschaft

  • Stern am Hollywood Walk of Fame (Verleihung: 1960)


Lorre Peter (eigentlich László Löwenstein), * 26. Juni 1904 in Rosenberg, † 23. März 1964 in Los Angeles, Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor.

Biographie

László Löwenstein wurde am 26. Juni 1904 in Rosenberg in Österreich-Ungarn (damals Teil von Ungarn, heute Slowakei) geboren. Er ist das erste von insgesamt vier Kindern des jüdischen Paares Alajos Löwenstein und Elvira Freischberger. Sein Vater war Kaufmann und Buchhalter sowie Leutnant in der österreichisch-ungarischen Armee, weshalb Lorre die ersten Lebensjahre in einer Garnisonsstadt verbrachte. 1908 starb Lorres Mutter. Aufgrund des Zweiten Balkankriegs zog die Familie 1913 nach Wien. Lorre begann zunächst auf Drängen seines Vaters eine Ausbildung als Bankangestellter, die er jedoch nicht abschloss. Mit 18 Jahren übernahm Lorre kleinere Rollen an einem Improvisationstheater. Jacob Levy Moreno wurde zu seinem Mentor, der Lorre an die Schauspielkunst des Psychodramas - eine Methode, die es einerseits ermöglicht, gemachte Erfahrungen szenisch zu dramatisieren, sowie andererseits Wünsche und Fantasien in Form einer Rolle zu verkörpern - heranführte. In dieser Zeit nahm der noch junge Schauspieler den Namen Peter Lorre (Lorre als Anagramm für Rolle) an.

1924 erhielt er sein erstes Engagement im Theater in Breslau. Später spielte er in Wien und Zürich, 1928 kam er nach Berlin, wo er Bertolt Brecht kennenlernt, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. In Berlin spielte er aber nicht nur in Stücken von Brecht, sondern auch Karl Kraus, Georg Büchner und Frank Wedekind.

1931 folgte sein erstes Filmengagement. Fritz Lang besetzte ihn für seinen Film "M - Eine Stadt sucht einen Mörder", in dem Lorre die Hauptrolle des Serientäters Hans Beckert übernahm, der sich sexuell an Kindern vergeht und diese anschließend tötet. Lorre wurde daraufhin einem größerem Publikum bekannt und seine Darstellung des getriebenen Psychopathen erntete viel Lob. Bis 1933 folgten weitere Theater- und Filmrollen.

Aufgrund seiner jüdischen Abstammung musste Lorre Deutschland 1933 verlassen. Seine erste Filmrolle wurde nun gegen ihn instrumentalisiert, denn die Nationalsozialisten stilisierten den von Lorre verkörperten Kindermörder zum Sinnbild jüdischer Anormalie. Nach kurzen Zwischenstopps in Wien, wo er mit anderen geflohenen Kollegen den Film "Unsichtbare Gegner" drehte, und Paris, wo er in einer Komödie von G.W. Pabst spielte, emigrierte Lorre 1934 nach London. Hier drehte er mit Alfred Hitchcock die erste Version von "Der Mann, der zuviel wusste". Noch im selben Jahr heiratete er Celia Lovsky und das Paar reiste weiter nach Hollywood, wo Lorre vor allem in der "Mr. Moto"-Kriminalserie Karriere machte. Weiters übernahm er kleinere Rollen in "Casablanca" und "Die Spur des Falken".

Ende der 1940er Jahre meldete seine eigene Produktionsfirma Konkurs an und Lorre wurde öffentlich bezichtigt, Kommunist zu sein. Daraufhin verließ er 1949 die USA und kam zurück nach Deutschland, wo er 1951 den Film "Der Verlorene" realisierte, in dem Lorre Regisseur, Drehbuchautor und Hauptrolle in Personalunion vereinte. Der Film, eine kritische Aufarbeitung des Dritten Reiches, stieß auf wenig Interesse, sodass Lorre 1953 zurück in die USA ging.

Er spielte in Theatern und vereinzelt auch fürs Fernsehen, jedoch blieben größere Kinorollen aus.

Am 23. März 1964 starb Lorre in Hollywood an einer Gehirnblutung.

Literatur

  • Sarah Thomas: Peter Lorre: Facemaker. Constructing Stardom and Performance in Hollywood and Europe. New York/Oxford: Berghahn 2012.
  • Kay Weniger: "Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben ...". Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Hamburg: Acabus-Verlag 2011.
  • Stephen D. Youngkin: The Lost One: A Life of Peter Lorre. Kentucky: University of Kentucky Press 2005.

Weblinks