Paul Gautsch von Frankenthurn

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Paul Gautsch von Frankenthurn
Daten zur Person

Paul Freiherr Gautsch von Frankenthurn, * 26. Februar 1851 Döbling bei Wien, † 20. April 1918 Wien, Politiker.

Biografie

Der Sohn eines Polizeikommissars studierte Jus an der Universität Wien, trat 1874 ins Unterrichtsministerium ein und wurde 1879 Unterrichtsminister. Er blieb dies bis 1893, - eine damals ungewöhnlich lange Zeit. 1881 wurde er zusätzlich Direktor der Theresianischen Akademie, von 1883 bis 1885 Direktor der Orientalischen Akademie, 1893 Kurator der Theresianischen Akademie. 1895 ernannte ihn der Kaiser zum Herrenhausmitglied. 1895 bis 1897 war er neuerlich k.k. Unterrichtsminister.

Dreimal war er Ministerpräsident kurzlebiger k.k. Regierungen: 1897/1898 (drei Monate), 1905/1906 (16 Monate) und 1911 (vier Monate). 1899 bis 1904 war Gautsch Präsident des Obersten Rechnungshofs. Er hatte mit dem Streit um die von Casimir Felix Badeni erlassene Sprachenverordnung zu tun, die Tschechisch in der Staatsverwaltung die Gleichberechtigung mit Deutsch bringen sollte, ebenso mit der 1906 dann von seinem Nachfolger Max Wladimir von Beck doch realisierten Wahlrechtsreform für den Reichsrat. Er galt als besonderer Vertrauensmann Franz Josephs I.

Quellen

Literatur

  • Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte. Begründet von Hellmuth Rössler und Günther Franz, bearbeitet von Karl Bosl [u.a.]. München: A. Francke 1973-1975 [Gesamtaufnahme]
  • Maria Magdalena Weyrich: Paul Gautsch, Freiherr von Frankenthurn. Diss. Univ. Wien. Wien 1956
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Neue deutsche Biographie. Hg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Berlin: Duncker & Humblot 1953 - lfd.


Paul Gautsch von Frankenthurn im Katalog der Wienbibliothek im Rathaus.

Weblinks