Eduard Castle

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Eduard Castle (1953)
Daten zur Person
Personenname Castle, Eduard
Abweichende Namensform
Titel Dr. phil., o. Prof., ao. Prof. ad personam
Geschlecht männlich
PageID 16880
GND 118667440
Wikidata
Geburtsdatum 7. November 1875
Geburtsort Wien
Sterbedatum 8. Juni 1959
Sterbeort Wien
Beruf Germanist, Literaturhistoriker, Theaterwissenschaftler
Parteizugehörigkeit
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Objektbezug
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
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Recherche
Letzte Änderung am 17.12.2014 durch DYN.krabina
Begräbnisdatum
Friedhof Ober-St.-Veiter Friedhof
Grabstelle
Bildname Eduard Castle.jpg
Bildunterschrift Eduard Castle (1953)
  • 9., Liechtensteinstraße 11 (Letzte Wohnadresse)
Familiäre Beziehung
Berufliche Beziehung
Beziehung, Bekanntschaft, Freundschaft
  • Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaft (Verleihung: 1953)
  • Wiener Ehrenmedaille (Verleihung: 17. November 1950)

Castle Eduard, * 7. November 1875 Wien-Wieden, † 8. Juni 1959 Wien 9, Liechtensteinstraße 11 (Gedenktafel, enthüllt 14. Juni 1969 [hier wohnte Castle fünf Jahrzehnte]; Ober-St.-Veiter Friedhof), Germanist, Literaturhistoriker, Theaterwissenschaftler. Studierte Germanistik (bei Jakob Minor und Richard Heinzel), Geschichte (bei Max Büdinger) und Geographie (bei Albrecht Penck) an der Universität Wien (Dr. phil. 1897) und trat danach in den Mittelschullehrdienst (Görz, Wien).

1907 habilitierte er sich für neuere deutsche Sprache und Literatur an der Universität Wien (o. Prof. 1915) und erhielt 1913 auch die Venia legendi an der Technischen Hochschule Wien (ao. Prof. ad personam). Seine österreichische Grundhaltung brachte ihn wissenschaftlich in Gegensätze zu Vertretern der alldeutschen Literaturbetrachtung, sodass er sich erst langsam mit seinen Lehrmeinungen durchzusetzen vermochte.

1929 übernahm Castle auch eine Lehrverpflichtung an der Konsularakademie. Er widmete sein Leben der Forschung und Lehre, veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Werke (wobei er sich unter anderen mit Schreyvogel, Raimund, Stifter, Seidl, Kralik, Ginzkey, Rosegger, Wildgans und Werfel, aber auch mit Goethe, Schiller und Hauptmann beschäftigte und die Werke Lenaus [sechs Bände, 1910-1923], Raimunds [sechs Bände, 1924], Grüns [1909], Anzengrubers [20 Bände, 1922] und Grillparzers [sechs Bände, 1923] herausgab), wurde jedoch 1938-1945 zum Schweigen verurteilt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich an der Wiederaufnahme des Studienbetriebs an der Universität Wien beteiligt und erbrachte im Lehrbetrieb erstaunliche Leistungen, bis er 1949 in den Ruhestand versetzt wurde.

Mitarbeiter an der 1899 von J. W. Nagl und J. Zeidler begonnenen "Deutsch-Österreichischen Literaturgeschichte" (Band 3: 1935, Band 4: 1937) sowie Herausgeber von österreichischen Klassikern; Mitarbeiter im Goethe-Verein und in der Grillparzer-Gesellschaft. Mitglied der Akademie der Wissenschaften; Ehrenmedaille der Stadt Wien (1950), Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften (1953). Castlegasse

Literatur

  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Festschrift für Eduard Castle zum achtzigsten Geburtstag. Hg.: Gesellschaft für Wiener Theaterforschung [u.a.]. Wien: Verlag Notring der Wissenschaftlichen Verbände Österreichs 1955
  • Felix Czeike: IX. Alsergrund. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1979 (Wiener Bezirkskulturführer, 9), S. 24
  • Das Heimatmuseum Alsergrund. Mitteilungsblatt des Museumsvereines Alsergrund 40 (1969) (Gedenktafel)

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