Arbeiterheim Floridsdorf: Unterschied zwischen den Versionen

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Arbeiterheim Floridsdorf (21, Angerer Straße 14). 1909 wurde von der Sozialdemokratischen Partei aus Spendenerträgnissen das hier gestandene Wohnhaus erworben und 1911 durch den Zubau eines Saals erweitert. Das Arbeiterheim Floridsdorf entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Bildungs-, Kultur- und Organisationszentrum des Bezirks. 1918 fanden hier entscheidende Beratungen des Floridsdorfer Arbeiter- und Soldatenrats statt, bei denen gegen die extremen Linken Stellung bezogen und für eine demokratische Entwicklung entschieden wurde. Nach 1918 wurde an der Seite zur Bahntrasse ein Kinosaal angebaut 1934 war das Gebäude heiß umkämpft; 1938 wurde von hier aus der letzte Versuch unternommen, eine Allianz zwischen den illegalen Freien Gewerkschaften und der Regierung Schuschnigg gegen den Nationalsozialismus aufzubauen (am 7. März 1938 mußte die Delegation hier bei der großen Betriebsrätekonferenz, der ersten freien Arbeiterversammlung seit 1934, über ihren Mißerfolg berichten). Da nach dem zweiten Weltkrieg das traditionsreiche Haus wegen seiner schweren Bombenschäden nicht mehr in Betrieb genommen werden konnte und im Dezember 1964 abgerissen wurde, gab es einige Jahrzehnte lediglich Ausweichquartiere, bis die SPÖ Floridsdorf 1981 am Franz-Jonas-Platz 8 ein neues Zentrum einrichtete. Auf dem ursprünglichen Areal entstand 1965-1968 das [[Haus der Begegnung]].
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Arbeiterheim Floridsdorf ([[21]]., [[Angerer Straße]] 14). 1909 wurde von der [[Sozialdemokratische Partei Österreichs|Sozialdemokratischen Partei]] aus Spendenerträgnissen das hier gestandene Wohnhaus erworben und 1911 durch den Zubau eines Saals erweitert. Das Arbeiterheim Floridsdorf entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Bildungs-, Kultur- und Organisationszentrum des Bezirks. 1918 fanden hier entscheidende Beratungen des Floridsdorfer Arbeiter- und Soldatenrats statt, bei denen gegen die extremen Linken Stellung bezogen und für eine demokratische Entwicklung entschieden wurde. Nach 1918 wurde an der Seite zur Bahntrasse ein [[Lichtspiele Floridsdorf|Kinosaal]] angebaut.
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== Literatur ==  
 
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* Felix Czeike: XXI. Floridsdorf. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1979 (Wiener Bezirkskulturführer, 21), S. 10 f.
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* Franz Polly: Floridsdorfer Spaziergänge. 1989, S. 345 f.
 
* Kurt Stimmer [Herausgeber]: Die Arbeiter von Wien. Ein sozialdemokratischer Stadtführer. Wien [unter anderem]: Jugend & Volk 1988, S. 356 f., 365
 
* Kurt Stimmer [Herausgeber]: Die Arbeiter von Wien. Ein sozialdemokratischer Stadtführer. Wien [unter anderem]: Jugend & Volk 1988, S. 356 f., 365
* Felix Czeike: XXI. Floridsdorf. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1979 (Wiener Bezirkskulturführer, 21), S. 10 f.
 
* Franz Polly: Floridsdorfer Spaziergänge (1989), S. 345 f.
 

Aktuelle Version vom 25. April 2021, 00:52 Uhr

Das Arbeiterheim Floridsdorf mit Zerstörungen am Dach und abgebranntem Kino (links) nach den Februarkämpfen 1934
Daten zum Bauwerk
Art des Bauwerks Gebäude
Datum von 1909
Datum bis 1964
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
PageID 26353
GND
WikidataID
Objektbezug
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Letzte Änderung am 25.04.2021 durch DYN.krabina
Bildname Arbeiterheim Floridsdorf.jpg
Bildunterschrift Das Arbeiterheim Floridsdorf mit Zerstörungen am Dach und abgebranntem Kino (links) nach den Februarkämpfen 1934
  • 21., Angerer Straße 14

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Arbeiterheim Floridsdorf (21., Angerer Straße 14). 1909 wurde von der Sozialdemokratischen Partei aus Spendenerträgnissen das hier gestandene Wohnhaus erworben und 1911 durch den Zubau eines Saals erweitert. Das Arbeiterheim Floridsdorf entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Bildungs-, Kultur- und Organisationszentrum des Bezirks. 1918 fanden hier entscheidende Beratungen des Floridsdorfer Arbeiter- und Soldatenrats statt, bei denen gegen die extremen Linken Stellung bezogen und für eine demokratische Entwicklung entschieden wurde. Nach 1918 wurde an der Seite zur Bahntrasse ein Kinosaal angebaut.

Während der Februarkämpfe 1934 war das Gebäude heiß umkämpft. 1938 wurde von hier aus in der Floridsdorfer Konferenz der letzte Versuch unternommen, eine Allianz zwischen den illegalen Freien Gewerkschaften und der Regierung Schuschnigg gegen den Nationalsozialismus aufzubauen (am 7. März 1938 musste die Delegation hier bei der großen Betriebsrätekonferenz, der ersten freien Arbeiterversammlung seit 1934, über ihren Misserfolg berichten).

Da nach dem Zweiten Weltkrieg das traditionsreiche Haus wegen seiner schweren Bombenschäden nicht mehr in Betrieb genommen werden konnte und im Dezember 1964 abgerissen wurde, gab es einige Jahrzehnte lediglich Ausweichquartiere, bis die SPÖ Floridsdorf 1981 am Franz-Jonas-Platz 8 ein neues Zentrum einrichtete. Auf dem ursprünglichen Areal entstand 1965-1968 das Haus der Begegnung.

Literatur

  • Felix Czeike: XXI. Floridsdorf. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1979 (Wiener Bezirkskulturführer, 21), S. 10 f.
  • Franz Polly: Floridsdorfer Spaziergänge. 1989, S. 345 f.
  • Kurt Stimmer [Herausgeber]: Die Arbeiter von Wien. Ein sozialdemokratischer Stadtführer. Wien [unter anderem]: Jugend & Volk 1988, S. 356 f., 365