Viktor Blum

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Daten zur Person

Viktor Blum, * 10. Jänner 1877 Wien, † 3. März 1954 Chicago, Illinois (USA), Urologe.

Biografie

Viktor Blum nahm nach der Maura (1894) am Piaristengymnasium in der Josefstadt ein Studium der Medizin an der Universität Wien auf trat während diesem 1898 aus der Israelitischen Kultusgemeinde aus. Nach der Promotion im Mai 1900 war er als Se­kundararzt und Assistent bei Edmund Neusser am [[Altes Allgemeines Krankenhaus|Allgemeinen Krankenhaus sowie an der Chirurgischen, ab 1902 bei Anton Frisch an der Urologischen Abteilung der Allgemeinen Poliklinik in Wien tätig.

Der Mediziner habilitierte sich 1912 als erster Österreicher im Fach Urologie und übernahm 1919 die Leitung der Urologischen Abteilung am Sophienspital. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten auf seinem Fachgebiet, darunter "Symptomatologie und Diagnostik urologischer Erkrankungen", "Nierenphysiologie und funktionelle Nierendiagnostik" und "Urologische Operationslehre". 1920 wurde er Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Uro­logie ,1921 erhielt er den Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors und betrieb eine Facharztpraxis für Nieren- und Blasenleiden in der Alser Straße 43.

Blum war Mitglied zahlreicher medizinischer Gesellschaften im In- und Ausland. Nach dem "Anschluss" wurde er im April 1938 aus allen Funktionen entlassen und musste aus Österreich flüchten. Gemeinsam mit seiner Frau Alice Blum emigrierte er über Paris in die USA, wo er 1944 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Er lebte in Chicago, Illinois und wirkte als Professor an der Loyola University Chicago und Mitglied des Ärztestabes diverser Spitäler in dieser Stadt..

Literatur

  • Karl Heinz Tragl: Chronik der Wiener Krankenanstalten. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2007, S. 350
  • Matthis Krischel: Traditionsbruch und Zivilisationsbruch. Urologie und Medizin in Wien und Österreich, 1938-1945. In: Friedrich H. Moll / Thorsten Halling / Shahrokh F. Shariat [Hg.]: Urologie in Österreich. Von Wien in die Welt. Berlin/Heidelberg : Springer 2025, S. 258-277

Weblinks