Nikolaus von Jagić

Aus Wien Geschichte Wiki
Version vom 5. September 2025, 10:17 Uhr von WIEN1.lanm09mer (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Bestätigte Version (Unterschied) | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu:Navigation, Suche
Nikolaus von Jagič
Daten zur Person

Nikolaus Ritter von Jagić, * 22. September 1875 Berlin, † 28. Dezember 1956 Wien, Arzt.

Biografie

Der Sohn des Slawisten Vatroslav von Jagic kam als Zehnjähriger nach Wien, dem er sein Leben lang treu blieb. Hier besuchte er das Piaristengymnasium, studierte Medizin und promovierte 1900 zum Dr. med. Nach dem Studium trat Jagić in die von Hermann Nothnagel geführte I. Medizinische Universitäts-Klinik im Allgemeinen Krankenhaus ein. Auf dessen Wunsch erlernte Jagić in Frankfurt am Main bei Paul Ehrlich und Carl Weigert die klinische Mikroskopie und wandte sich daraufhin besonders der Hämatologie zu.

Anschließend arbeitete der Mediziner n Wien beim Pathologen Anton Weichselbaum wiederholt mit dem späteren Nobelpreisträger Karl Landsteiner zusammen. 1908 ging er auf kurze Zeit zu Bernhard Nocht an das Hamburger Tropeninstitut, um die Technik der Laboratoriumsuntersuchung noch gründlicher kennenzulernen. 1909 wurde Jagić in Wien habilitiert, 1912 avancierte er zum Vorstand an der Internen Abteilung des Wiener Sophienspitals. Auf therapeutischem Gebiet schlug er Adrenalin zur Asthma-bronchialen Behandlung vor, führte das Strychnin als Kreislauftonikum ein und legte den ersten Pneumothorax zur Schmerzbekämpfung bei diaphragmaler Pleuritis an.

1922 wurde er Extraordinarius für sein Fach und erhielt den Lehrauftrag über Propädeutik für innere Krankheiten. Seine Fähigkeit, komplizierte Vorgänge leicht fasslich darzustellen, wurde auch von den praktizierenden Ärzten anerkannt, daher wurden seine Collegia publica, das waren postpromotionelle Fortbildungsstunden, stets von 100 bis 150 Ärzten besucht. 1931 bis 1946 wirkte er als Ordinarius und Vorstand der II. Medizinischen Universitätsklinik im Allgemeinen Krankenhaus. Weitere Hauptarbeitsgebiete von Jagić waren Herz- und Kreislauferkrankungen, Endokrinologie und klinische Pharmakologie.

Literatur

  • Karl Heinz Tragl: Chronik der Wiener Krankenanstalten. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2007, S. 111 f.
  • Isidor Fischer [Hg.]: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Band 1: Aaser-Komoto. München: Urban & Schwarzenberg 1962
  • Wiener klinische Wochenschrift 67 (1955), S. 711
  • Wiener klinische Wochenschrift 69 (1957), S. 145 ff.
  • Wiener medizinische Wochenschrift 107 (1957), S. 89 f.
  • Österreichische Ärztezeitung. Organ der Österreichischen Ärztekammer 12 (1957), S. 53
  • Wienbibliothek im Rathaus/Tagblattarchiv: Jagic, Nikolaus von [Sign.: TP-022465]

Weblinks