Kreuzer

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Daten zum Begriff


Der Kreuzer war eine Münze (Abkürzung: kr), die in Wien vor allem in der Frühen Neuzeit eine bedeutende Rolle einnahm. Seit dem 16. Jahrhundert war der Kreuzer (gemeinsam mit dem Gulden) die zentrale Geldrecheneinheit.

60 Kreuzer entsprachen einem Gulden; 1 Kreuzer entsprach 4 Pfennig.

Als Münze tritt der Kreuzer ab dem 15. Jahrhundert in Wien in Erscheinung. Als Reaktion auf die Inflation der Schinderlingszeit wurden auch in Österreich höherwertige Münznominale gepresst: neben dem Groschen auch der Kreuzer. Der Kreuzer und seine Vielfachen wurden zu wichtigen Münzen im österreichischen Münzsystem. Im 17. Jahrhundert wurden verschiedene Kreuzernominalen geprägt (etwa 15-Kreuzer-Stücke, 6 Kreuzer-Stücke). Ab 1760 wurde der Kreuzer als Kupfermünze geprägt.

Mit der Einführung der Gulden Österreichische Währung 1858 wurde auf das Dezimalsystem umgestellt und der Gulden wurde in 100 Kreuzer unterteilt. Die neuen Scheidemünzen wurden zur Unterscheidung der alten Kreuzer (aus der Gulden Stückelung zu 60 Kreuzer) als Neukreuzer bezeichnet.

Mit Einführung der Krone 1892 verschwand der Kreuzer aus dem österreichischen Geldsystem, blieb aber noch einige Jahre in Umlauf.

Kaufkraftrechner

Der Kaufkraftrechner drückt für Wien aus, wie viel man für einen bestimmten Geldbetrag in einem bestimmten Jahr kaufen konnte und wie lange man dafür arbeiten musste.


Literatur

  • Michael Alram, Der Wiener Pfennig. Von Herzog Leopold V. (1177–1194) bis Kaiser Friedrich III. (1452–1493), Wolfgang Häusler (Hg.), Geld. 800 Jahre Münzstätte Wien, 53–73.
  • Rudolf Geyer: Münze und Geld. Maß und Gewicht in Nieder- und Oberösterreich. Wien: Ueberreuter 1938.
  • Helmut Jungwirt, Die Münzstätte Wien und das neuzeitliche Geldwesen in Österreich, in: Wolfgang Häusler (Hg.), Geld. 800 Jahre Münzstätte Wien. Wien: Kunstforum Bank Austria 1994, S. 97–141.
  • Günther Probszt: Österreichische Münz- und Geldgeschichte. Von den Anfängen bis 1918. Wien/Köln/Graz: Böhlau 1973.