Glyptothek
Die Glyptothek der Akademie der bildenden Künste (Atelierhaus: 6., Lehárgasse 8; Büro: 1., Schillerplatz 3) ist eine Sammlung historischer Gipsabgüsse antiker Skulpturen. Sie wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Peter Strudel angelegt und später systematisch erweitert.[1] Die Glyptothek der Akademie ist seit 1851 öffentlich zugänglich und bietet heute mit circa 450 Objekten einen guten Überblick über die europäische Skulpturgeschichte.[2]
Geschichte
Die Sammlung der Glyptothek entstand im späten 17. Jahrhundert als didaktisches Instrument für die künstlerische Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste.[3] Um 1800 begann eine Erweiterung, insbesondere mit Abgüssen von besonderen Werken der klassischen Antike. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts steht die Sammlung der Öffentlichkeit offen.[4].
Sammlung
Die Glyptothek umfasst circa 450 Gipsabgüsse nach Werken der griechischen und römischen Antike, darunter:
- Verwundete Amazone (Phidias),
- Kapitolinische Venus (Praxiteles),
- Ares Borghese,
- Hera von Ephesos, und viele mehr.
Außerdem beinhaltet sie Abgüsse von mittelalterlichen und neuzeitlichen Originalen, zum Beispiel:
- Pietà (Michelangelo),
- Grabplatte Friedrich III. (Stephansdom),
- Reiterstandbild des Heiligen Georgs (Prag),
- Verlassene Psyche (Tenerani),
- Büsten von Friedrich Schiller, Kaiser Franz II., Fürst Metternich.
Ursprünglich umfasste die Sammlung über 2000 Abgüsse, von denen durch Kriege und Umlagerungen nur noch etwa ein Fünftel erhalten blieb. Heute sind die Stücke dicht im Schaudepot aufgestellt.[5]
Öffentliche Nutzung
Die Glyptothek befindet sich im Semperdepot, dem Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien in der 6., Lehargasse 8. Führungen und Sonderöffnungen erfolgen regelmäßig, teils mit Anmeldung.
Digitaler Zugang / Sammlung Online
Seit 2024 sind repräsentative Stücke der Glyptothek online veröffentlicht, darunter Abgüsse wie Michelangelos Pietà oder die antike Hera von Ephesos.[6]
Bedeutung und Kuration
Die Glyptothek bildet eine wichtige Ressource für Forschung und Lehre an der Akademie der Bildenden Künste. Sie wird von Kuratorin Andrea Domanig betreut.
Literatur
- Johannes Bauer: Gipsabgüsse zwischen Museum, Kunst und Wissenschaft. Wiener Abguss-Sammlungen im späten 19. Jahrhundert. In: Charlotte Schreiter [Hg.]: Gipsabgüsse und Antike Skulpturen. Präsentation und Kontext. Berlin: Reimer 2012, S. 279-284
- Glyptothek – Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien
- Kunstsammlungen Online – Akademie der bildenden Künste Wien
- Kunstsammlungen der Akademie der Bildenden Künste
- Historische Informationen zur Glyptothek im Archiv der Akademiegalerie
