Daten zum Begriff


Die Elle war ein historisches Längenmaß, das bis zur Einführung des metrischen Systems in Wien (1873/1876) in Verwendung war. Sie war jedenfalls seit dem 16. Jahrhundert in ihrer Länge unverändert. Seit 1588 galt die Wiener Elle (genauso wie der Wiener Werkklafter) für ganz Niederösterreich (diese Vorschreibung wurde am 5. Dezember 1689 und am 7. Juni 1700 erneut bestätigt). 1758 wurde die Wiener Elle auch in Oberösterreich zum regulären Längenmaß. Ab 1.1.1876 wurde die Elle durch den Meter und seine Untereinheiten als ausschließliches Längenmaß abgelöst.

Die Umrechnung im Gesetz von 23.7.1871 misst die Elle mit 77,7558 cm. Im Wien Museum werden historische Klaftermaße (eines aus Eisen, zwei aus Holz) mit Auftragung der verschiedenen Längenmaße aufbewahrt. Die Elle misst dort 77,3 cm. Auch am Tor des Stephansdoms stellt einer der beiden eingemauerten Eisenstäbe die Wiener Elle dar. Dieser misst 77,5 cm. Das heißt die Länge der Wiener Elle bewegte sich zwischen 77,30 und 77,76 cm.

Neben der Elle wurde bis ins 16. Jahrhundert auch die etwas kürzere Daumelle als Längenmaß verwendet. Eine Daumelle entsprach 51,1 cm.

Literatur

  • Rudolf Geyer: Münze und Geld, Maß und Gewicht in Nieder- und Oberösterreich. Wien: C. Ueberreuter 1938, S. 120 f.
  • Karl Ulbrich: 100 Jahre metrisches Maßsystem in Österreich. Wien: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen 1972