Conventionsmünze

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Daten zum Begriff


Die Konventionsmünze (Conventionsmünze) war eine ab 1753 geprägte silberne Guldenmünze (fl CM), die von 1816 bis 1857 die offizielle Währung im Kaisertum Österreich war. Der Konventionsgulden war in 60 Kreuzer unterteilt.

Vorgeschichte

1753 wurde unter Maria Theresia eine Münzkonvention mit Bayern beschlossen um den ständigen Münzverschlechterungen zu begegnen. Dieser Konvention schlossen sich nach und nach die meisten Länder des Reiches an. Die Konvention legte einen Münzfuß (Konventionsfuß) von 20 Gulden fest: aus einer kölnischen Mark (zu 2,3389 kg) Feinsilber wurden 20 Guldenmünzen geprägt. Dieser Gulden wurde als Konventionsmünze bezeichnet.

Ausgeprägt wurden 20, 17 10 und 7 Kreuzermünzen sowie Groschen (= 3 Kreuzer), die jeweils nach dem 20-Gulden-Fuß bemessen waren und somit als vollwertig galten. Die Scheidemünzen wurden nach dem 25-Gulden-Fuß geprägt und galten daher nicht als vollwertig. Dazu zählten: der halbe Groschen (auch Poltura genannt), die 1-Kreuzer-Münze, das Gröschel (= 3 Pfennig) und die 1- und 2-Pfennigmünze. Ab 1760 wurden die Pfennige und Kreuzer nicht mehr geprägt und durch Kupfermünzen ersetzt.

Einführung der Conventions-Münze

Nach den inflationären Jahren mit hohem Papiergeldumlauf (siehe: Bancozettel, Wiener Währung, Einlösungsscheine und Antizipationsschein) und der Gründung der "privilegierten oesterreichischen Nationalbank" kam es zur Einlösung der Wiener Währung in Conventions-Münze, wobei 250 Gulden Wiener Währung in 100 Gulden Conventions-Münze getauscht wurden.

Die Nationalbank gab, basierend auf der Münzkonvention von 1753, Banknoten in sechs Werten zwischen fünf und 1.000 Gulden aus, gleichzeitig neue, dem alten Konventionsfuß entsprechende Münzen (20, zehn, fünf und drei Kreuzer in Silber, 1, ½ und ¼ Kreuzer in Kupfer).

Die Conventions-Münze wurde durch die Wiener Münzkonvention 1857 durch die Österreichische Währung (ö. W.) abgelöst. Die Umrechnung betrug: 100 Gulden C. M. = 105 Gulden ö. W.

Literatur

  • Clemens Jobs/Hans Kernbauer: Die Bank. Das Geld. Der Staat. Nationalbank und Währungspolitik in Österreich 1816–2016. Frankfurt: Campus 2016, S 76 ff.
  • Felix Butschek, Österreichische Geldgeschichte im Rahmen der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, in Wolfgang Häusler (Hg.), Geld. 800 Jahre Münzstätte Wien. Wien: Kunstforum Bank Austria 1994, S. 161–179.
  • Günther Probszt: Österreichische Münz- und Geldgeschichte. Von den Anfängen bis 1918. Wien/Köln/Graz: Böhlau 1973.
  • Rudolf Geyer: Münze und Geld. Maß und Gewicht in Nieder- und Oberösterreich. Wien: Ueberreuter 1938.