Backhausen

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Geschäftsniederlage im Heinrichshof (Wien 1., Opernring)
Daten zur Organisation
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48° 12' 7.41" N, 16° 22' 25.54" E  zur Karte im Wien Kulturgut

Backhausen (Firma Johannes Backhausen & Söhne; 1., Schwarzenbergstraße 10; von 1950-2003 in 1, Kärntner Straße 33, Johannesgasse 1) war eine von 1849 bis 2003 bestehende Textilfirma, die zahlreiche Ringstraßenbauten mit ihren Stoffen ausstattete und auch prägend für den Jugendstil war. Von 1872 bis 2003 bestand die Manufaktur in Hoheneich bei Gmünd in Niederösterreich.

Geschichte

1810 verließ der Webergeselle Jakob Backhausen seine Heimat bei Köln und ließ sich in Wien nieder, wo seine Söhne Karl und Johann am 30. Jänner 1849 in Gumpendorf (seit 1860: 7, Kaiserstraße 12) die Firma "Karl Backhausen & Co." (ab 1853 "Johann Backhausen, k. k. ausschließlich privilegierte Mode, Chenillienwarenfabrik", seit 1860 "Johann Backhausen & Söhne") gründeten. Die Firma befindet sich seither in Familienbesitz. 1864 wurde im Heinrichhof (1, Opernring 1-5) eine Verkaufszentrale eingerichtet (Räumlichkeiten 1945 durch Bomben zerstört). Ab 1854 war Backhausen die textile Ausgestaltung der Waggons der österreichischen Eisenbahnlinien anvertraut. Ab 1860 belieferte die Firma den kaiserlichen Hof, 1869 besorgte sie die textile Innenausstattung der Hofoper, 1883 des Parlaments sowie 1888 des Rathauses und des Burgtheaters (1888 Verleihung des Titels "k. und k. Hoflieferant"). 1903 begann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Künstlern der Wiener Werkstätte (Kolo Moser, Josef Hoffmann und anderen), sodass die Firma sich zu den Wegbereitern des Wiener Jugendstils rechnen kann. 1907 wurde das im Haus Kärntner Straße 33 untergebrachte Kabarett Fledermaus ausgestattet.

Nach dem Ersten Weltkrieg begann die Zeit des Art Déco, die Backhausen durch seine Stoffdesigns mitprägte. 1951 erwarb die Firma Backhausen das Haus in der Kärntner Straße und errichtete eine für damalige Begriffe moderne Verkaufszentrale (1975 Umbau, 1989 Neugestaltung und Erweiterung). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neben zahlreichen Hotels der Spitzenklasse unter anderem auch die wiederaufgebauten Bundestheater, die UNO-City, das Konferenzzentrum und der Wohnpark Alterlaa ausgestattet.

Der Erzeugungsbetrieb übersiedelte 1871 nach dem Bau der Franz-Josefs-Bahn (1870) von Wien nach Hoheneich bei Gmünd, Niederösterreich (eine der fortschrittlichsten Heimtextilwebereien Europas mit elektronisch gesteuerten Jacquard-Webmaschinen).

Quellen

Literatur

  • Ursula Oswald-Graf / Aline Marion Steinwender / Hans-Peter Wipplinger [Hg.]: Poesie des Ornaments. Das Backhausen-Archiv. Köln: Walther und Franz König 2024
  • Backhausen. Ein Wegbereiter für den Wiener Jugendstil [Firmenbroschüre]. Wien 1989