Antizipationsschein

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Als Antizipationsschein wurde das Papiergeld der Wiener Währung (W.W.), welches ab 1813/14 ausgegeben wurde, bezeichnet.

Da im Jahr 1811 das Versprechen gegeben wurde, die Menge der Einlösungsscheine nicht zu erhöhen, wurden die Antizipationsscheine als neue Scheine emittiert. Der Name Antizipationsscheine rührt daher, dass sie Ansprüche auf zukünftige Steuereinnahmen (mit einem Tilgungszeitraum von 12 Jahren) darstellten. Die Antizipationsscheine waren den Einlösungsscheinen in allen Belangen gleichgestellt. Bis Ende 1815 wurden Antizipationsscheine im Wert von 470 Millionen Gulden ausgegeben, was gemeinsam mit 212 Millionen Einlösungsscheinen den Papiergeldumlauf der Wiener Währung auf 682 Millionen Gulden ansteigen ließ.

1816 wurde die "privilegirte oesterreichische Nationalbank" gegründet, der die Einlösung der Antizipations- und Einlösungsscheine übertragen wurde.

1847 waren nur mehr 7,5 Millionen Gulden Wiener Währung (was 3 Millionen in Konventionsmünze entsprach) in Umlauf, 1858 wurden schließlich die letzten Banknoten eingezogen.

1816 löste die Konventionsmünze die Wiener Währung ab. Der Kurs zwischen Wiener Währung und Konventionsmünze lag bei 2,5 zu 1: 250 Gulden W.W. = 100 Gulden Konventionsmünze.

Literatur

  • Clemens Jobs/Hans Kernbauer: Die Bank. Das Geld. Der Staat. Nationalbank und Währungspolitik in Österreich 1816–2016. Frankfurt: Campus 2016.
  • Günther Probszt: Österreichische Münz- und Geldgeschichte. Von den Anfängen bis 1918. Wien/Köln/Graz: Böhlau 1973.
  • Rudolf Geyer: Münze und Geld. Maß und Gewicht in Nieder- und Oberösterreich. Wien: Ueberreuter 1938.