Viktor Satke

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Daten zur Person

Viktor Satke, * 24. November 1889 Laubias bei Wagstadt, Österreichisch-Schlesien (Lubojaty, Tschechien), † 2. März 1958 Klosterneuburg, Dermatologe.

Biografie

Viktor Satke studierte Medizin und promovierte 1915 zum Dr. med. Seit Anfang der 1920er Jahre wirkte er als Assistent an der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten bei Viktor Mucha in Klosterneuburg. 1927 schloss er die Facharztausbildung in Dermatologie ab. In Wien-Landstraße, Kundmanngasse 17, betrieb er eine private Arztpraxis, wo er auch unentgeltliche Sprechstunden im Rahmen der städtischen Jugendberatung abhielt.

1934 wurde er zum Direktor des Rainerspitals bestellt, das dem Bundesheer zur Verfügung stand, und 1936 übernahm er die Leitung des Kaiserin-Elisabeth-Spitals. Nach dem "Anschluss" Österreichs avancierte er im März 1938 zunächst zum kommissarischen Leiter und später zum Direktor des Allgemeinen Krankenhauses. Unter seiner Verantwortung wurde umgehend das jüdische und das politisch dem NS-Regime nicht vertrauenswürdige Personal der Anstalt entlassen. Frei werdende Stellen wurden nach Möglichkeit mit Nationalsozialisten besetzt. Das Krankenhaus und dessen Bedienstetenn wurden - mit Ausnahme der Universitätskliniken - in Eigentum und Verwaltung der Stadt Wien übernommen.

Der Zweite Weltkrieg führte zu zahlreichen Einschränkungen im Betrieb; einzelne Gebäude(teile) wurden bei Bombenangriffen beschädigt. Satke selbst wurde zum Militär eingezogen und am 8./9. April seines Amtes als Direktor enthoben. 1952 wurde er auch formal in den dauernden Ruhestand versetzt. Er widmete swich in weiterer Folge seiner Privatpraxis und fungierte später als Leiter einer dermatologischen Ambulanz der Wiener Gebietskrankenkasse. Der Dermatologe verfasste zahlreiche Beiträge in medizinischen Fachpublikationen.

Literatur

  • Karl Heinz Tragl: Chronik der Wiener Krankenanstalten. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2007, S. 40 f.
  • Amtsblatt der Stadt Wien, 19.11.1952, S. 3

Weblinks