Richard Stern

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Daten zur Person

Richard Stern, * 29. März 1878 Wien, † 13. Oktober 1942 Auschwitz, Neurologe, Pathologe.

Biografie

Der Sohn eines jüdischen Kaufmanns besuchte das Akademische Gymnasium in Wien und begann nach der Matura mit einem Studium der Medizin an der Universität Wien, das er 1902 mit der Promotion zum Dr. med. abschloss. Bereits während dieser Zeit hatte er als Aspirant an der I. Medizinischen Universitätsklinik gearbeitet, wo er 1904 zum Assistenten von Lothar Frankl von Hochwart wurde. 1909 übernahm er die neurologische Abteilung des Kinder-Krankeninstituts, 1913 konnte er sich im Fach Neuropathologie habilitieren.

Nach Einsatz im Ersten Weltkrieg in einer Diagnosestation übernahm der Arzt Ende 1918 die Leitung des Nervenambulatoriums der I. Medizinischen Universitätsklinik und wurde 1919 zusätzlich zum Chefarzt der Allgemeinen Pensionsanstalt für Angestellte in Wien bestellt. Nach dem "Anschluss" Österreichs 1938 verlor er seine Lehrbefugnis und flüchtete in die Slowakei, von wo aus er 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet wurde.

Sterns wissenschaftliche Arbeiten befassten sich unter anderem mit der Epilepsie, aber auch der Therapie von Syphilis und Tabes. Er war Mitglied mehrerer ärztlicher Gesellschaften.

Literatur

  • Judith Bauer-Merinsky: Die Auswirkungen der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich auf die Medizinische Fakultät der Universität Wien im Jahre 1938. Biographien entlassener Professoren und Dozenten. Phil. Diss. Univ. Wien 1980, S. 259 f.

Weblinks