Der Goldgulden war eine historische Goldmünze.
Pfennig
Das österreichische Zahlungsmittel im Mittelalter war der Pfennig, eine Silbermünze. Der Silbergehalt und damit die Kaufkraft des Pfennigs war, bedingt durch die am Geldbedarf der Landesfürsten orientierten periodischen Prägungen, starken Schwankungen unterworfen, weshalb ab dem 14. Jahrhundert im Handel bei der Kalkulation und als Zahlungsmittel zunehmend ausländische Goldmünzen in Gebrauch kamen, die einen stabileren Wert besaßen.
Ungarischer Goldgulden
Der ungarische Goldgulden (Dukaten) wurde seit dem frühen 14. Jahrhundert nach dem florentinischen Vorbild in Ungarn geprägt. Seit den 1330er Jahren war er in Wien im Handel im Umlauf und nahm aufgrund seines unveränderten Metallwerts die Rolle einer Oberwährung ein, deren Bedeutung immer weiter stieg, je schlechter die Wiener Pfennige wurden. In Österreich selbst wurde er bis 1623 als Währungsmünze geprägt. Ende des 15. Jahrhunderts betrug in Österreich der Umrechnungskurs für den ungarischen Gulden (23,5 Karat) 310–330 Pfennig.
Rheinischer Goldgulden
Der rheinische Gulden wurde ab dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts in vier Münzstätten des Heiligen Römischen Reichs (Basel, Dortmund, Nördlingen Frankfurt am Main) geprägt und galt in den Territorien der vier rheinischen Kurfürsten (Köln, Mainz, Trier, Pfalz) aufgrund gegenseitiger Verträge als Landeswährung. Ende des 15. Jahrhunderts betrug in Österreich der Umrechnungskurs für den rheinischen Gulden (18 Karat) 240 Pfennig.
Österreichischer Gulden
Mit der Münzreform von 1481 verlor der Wiener Pfennig seine Funktion als Währungsmünze und wurde zur Scheidemünze. An seine Stelle trat nun der österreichische Gulden, der dem ungarischen und venezianischen Dukaten gleichgestellt wurde. Ab dem 16. Jahrhundert bildete in Österreich der Gulden anstelle des Pfunds die oberste Verrechnungseinheit. Neben den Pfennig (240 auf den Gulden) traten als neue Münzen der Kreuzer (entsprechend 4 Pfennig, demnach 60 auf den Gulden) und der Batzen (entsprechend 16 Pfennig beziehungsweise 4 Kreuzer, demnach 15 auf den Gulden).
Siehe auch: Gulden
Literatur
- Michael Alram: Der Wiener Pfennig. Von Herzog Leopold V. (1177–1194) bis Kaiser Friedrich III. (1452–1493), in: Wolfgang Häusler (Hg.), Geld. 800 Jahre Münzstätte Wien. Wien: Kunstforum Bank Austria 1994, S. 53–73.
- Rudolf Geyer: Münze und Geld. Maß und Gewicht in Nieder- und Oberösterreich. Wien: Ueberreuter 1938.
- Günther Probszt: Österreichische Münz- und Geldgeschichte. Von den Anfängen bis 1918. Wien/Köln/Graz: Böhlau 1973.
