Pädagogische Zentralbücherei

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Fassadenfoto der Pädagogischen Zentralbücherei
Daten zur Organisation
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48° 12' 15.17" N, 16° 21' 15.09" E  zur Karte im Wien Kulturgut

Pädagogische Zentralbücherei (7., Burggasse 14-16, im Gebäude des Pädagogischen Instituts der Stadt Wien), drittgrößte Bibliothek Wiens (Leseräume und 2 Buchdepots), eröffnete am 18. Oktober 1924 (nach Zusammenlegung der Bezirksbüchereien der inneren Bezirke, der Bücherei der niederösterreichischen Lehrerakademie und der Bibliothek der Pädagogischen Gesellschaft); durch die Schenkung der Comenius-Bücherei in Leipzig und die großzügige Unterstützung seitens der Gemeinde Wien wurde der Buchbestand wesentlich erweitert.

Die Burggasse 14-16 war ein weiterer Standort des Pädagogischen Instituts, das im Rahmen der Schulreform im „Roten Wien“ zunächst im Palais Epstein am Dr. Karl Renner-Ring 1 errichtet wurde. Für die Lehrerbildungskurse, die das Institut in Kooperation mit der Universität Wien anbot und die teilweise von Mitgliedern des Wiener Kreises geleitet wurden (so beispielsweise Edgar Zilsel), stellte die Zentralbücherei die nötige Reformliteratur. Die Pädagogische Zentralbücherei war also fester Bestandteil eines schulreformatorischen Zentrums, das stark vom Wiener Kreis geprägt wurde, der Aufklärung diente und die wissenschaftliche Weltauffassung einer breiten Bevölkerung näherbringen wollte. Außerdem arbeitete auch das von Otto Neurath gegründete Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum eng mit der sozialdemokratischen Schulreformbewegung zusammen und erzielte eine beachtliche organisatorische und volksbildnerische Wirkung.

Die Pädagogische Zentralbücherei bestand bis 2007.

Im Frühjahr 2010 wurde die berühmte Fibel-Sammlung sowie der Rara-Schrank der Pädagogischen Zentralbücherei von der Wienbibliothek im Rathaus übernommen. Die Fibel-Sammlung besteht aus über 400 historischen Schulfibeln für den Erstleseunterricht. 2016 präsentierte die Wienbibliothek in der Ausstellung Tafelkratzer, Tintenpatzer. Schulgeschichten aus Wien eine Auswahl aus den übernommenen Beständen der Zentralbücherei.

Literatur

  • Reinhard Buchberger, Nina Linke u.a. (Hg.): Tafelkratzer, Tintenpatzer. Schulgeschichten aus Wien. Metroverlag 2016
  • Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich. Hrsg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Bearb. von Wilma Buchinger und Konstanze Mittendorfer. Band 2: Wien, Teil 2. Hildesheim: Olms-Weidmann 1995 , S. 194 ff.
  • Friedrich Stadler: Der Wiener Kreis. Ursprung, Entwicklung und Wirkung des Logischen Empirismus im Kontext. Überarbeitete Auflage. Cham: Springer 2015 (Veröffentlichungen des Instituts Wiener Kreis, 20) [1. Aufl. 1997]
  • Christoph Limbeck-Lilienau / Friedrich Stadler: Der Wiener Kreis. Texte und Bilder zum Ursprung des Logischen Empirismus. Wien: LIT Verlag 2015
  • Hermann Schnell (Hg.): 100 Jahre Pädagogisches Institut der Stadt Wien. (1968)

Weblinks