Muttel

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Daten zum Begriff


Das Muttel (auch Müttel) war ein historisches Trockenhohlmaß für Kalk in Wien.

Der Kalk wurde mit einem Gefäß namens Potigel (Bottich) gemessen. Im 14. Jahrhundert entsprachen zwei gehäufte Potigel einem Muttel (der auch als Gefäß existierte). In Folge ging die Bezeichnung Muttel auf das einfache Maß über. Das Muttel als effektives Maß (Gefäß) von 1755 fasst 149 Liter. Ein Muttel entsprach 1772/1859 2,5 Metzen, also 153,75 Liter.

Mit 1. Jänner 1859 wurde das Muttel abgeschafft und an seine Stelle der Getreidemetzen als Kalkmaß festgesetzt.

Als Vielfaches des Muttel zählten Korb (im 15. Jahrhundert nachgewiesen) beziehungsweise Mut (im 17. und 18. Jahrhundert). Dabei entsprechen 6 Muttel einem Korb/Mut.

Literatur

  • Rudolf Geyer: Münze und Geld. Maß und Gewicht in Nieder- und Oberösterreich. Wien: Ueberreuter 1938, S. 116–119.
  • Karl Schalk: Zur Geschichte der älteren Wiener Masse. In: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich NF 29, 1895, 537–540.