Moritz Csáky

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Daten zur Person

Moritz Csáky, * 3. April 1936 Levoča (Tschechoslowakei), Historiker, Kulturwissenschaftler.

Biografie

Moritz Csáky kam in der heutigen Slowakei zur Welt. Er studierte ab 1955 zunächst Philosophie, Theologie und Ethnologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Gabriel bei Mödling sowie Kirchengeschichte an der Università Pontificia Gregoriana in Rom (Abschluss 1963). Es folgten Studienaufenthalte am Institut Catholique de Paris. 1963 begann er zudem das Studium der Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Musikwissenschaft an der Universität Wien. Die Promotion erfolgte 1966.

Bereits ab 1964 war er als Assistent am Institut für Kirchliche Zeitschichte im Internationalen Forschungszentrum für Grundfragen der Wissenschaften in Salzburg tätig. Als Universitätsassistent und Lehrbeauftragter kam er 1967 an das Institut für Geschichte der Universität Wien, wo er sich 1979 mit einer Arbeit über den Frühliberalismus in Ungarn habilitierte. 1984 wurde er als ordentlicher Professor für Österreichische Geschichte an die Universität Graz berufen. Hier war er bis zu seiner Emeritierung 2004 tätig und leitete von 1997 bis 2005 den Spezialforschungsbereich "Moderne – Wien und Zentraleuropa um 1900".

Neben seiner Lehrtätigkeit an den Universitäten in Wien und Graz unterrichtete Moritz Csáky auch an der Diplomatischen Akademie in Wien.

In seinen Forschungen beschäftigte sich Csáky mit kulturwissenschaftlichen Fragestellungen und dem zentraleuropäischen Raum in der Moderne. Gerade im Bereich der Kulturwissenschaften und der Kulturtheorie nahm er eine Vorreiterrolle ein, indem er schon früh über geografische Grenzen hinweg dachte und sowohl interdisziplinäre als auch transdisziplinäre Forschungsansätze förderte.

An der Gründung von mehreren außeruniversitären, für die historische Forschung in Österreich bedeutsamen Einrichtungen war Csáky wesentlich beteiligt. 1982 war er Gründungsmitglied und erster Präsident der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts. 1991 gehörte er der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs an, als diese sich als Verein neu konstituierte. Das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) hat er seit seinem Bestehen 1992 federführend mitgestaltet und als Teil des Gründungsdirektoriums bis 1995 geleitet.

Moritz Csáky ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Bücher und Artikel sowie Herausgeber von Sammelbänden. Zudem hat er die Tagebücher, Skizzenbücher und Notizhefte von Hermann Bahr in fünf Bänden ediert.

Werke (Auswahl)

  • Moritz Csáky / Christoph Leitgeb [Hg.]: Kommunikation – Gedächtnis – Raum: Kulturwissenschaften nach dem "Spatial Turn". Bielefeld: Transcript 2009
  • Moritz Csáky: Das Gedächtnis der Städte. Kulturelle Verflechtungen – Wien und die urbanen Milieus in Zentraleuropa. Wien / Köln / Weimar: Böhlau 2010
  • Moritz Csáky / Georg-Christian Lack [Hg.]: Kulinarik und Kultur. Speisen als kulturelle Codes in Zentraleuropa. Wien u. a.: Böhlau 2014
  • Moritz Csáky: Das Gedächtnis Zentraleuropas. Kulturelle und literarische Projektionen auf eine Region. Wien / Köln / Weimar: Böhlau 2019

Literatur


Moritz Csáky im Katalog der Wienbibliothek im Rathaus.

Weblinks