Marie von Najmájer

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Maria von Najmájer, um 1885
Daten zur Person

Marie von Najmájer, * 3. Februar 1844 Buda, † 25. August 1904 Bad Aussee, Schriftstellerin.

Biografie

Marie von Najmájer wurde 1844 in Buda als Tochter des Hofrates Franz von Najmájer und dessen Frau Klara geboren. 1847 übersiedelte die Familie nach Wien. Nur wenige Jahre später, 1854, starb der Vater, der Frau und Tochter ein beträchtliches Vermögen hinterließ. Die beiden lebten zurückgezogen in der Seilerstätte im 1. Wiener Gemeindebezirk.

Najmájer, deren Erstsprache Ungarisch war, begann schon im Alter von elf oder zwölf Jahren, vor allem von Schiller beeinflusste Gedichte auf Deutsch zu schreiben. Von 1859 an nahm sie für etliche Jahre Gesangsunterricht bei Josefine Fröhlich, die mit ihren Schwestern Anna und Katharina in der Spiegelgasse lebte. Im selben Haus lebte als Zimmerherr der Schwestern Fröhlich Franz Grillparzer, den Najmájer 1868 mit Josefine Fröhlichs Unterstützung um eine Einschätzung ihrer Gedichte bat. Grillparzer ermunterte sie zur Veröffentlichung. Der Zuspruch des Dichters dürfte auch Najmájers diesbezüglich skeptische Mutter von ihrem Talent überzeugt haben. 1868 erschien der erste Gedichtband mit dem Titel "Schneeglöckchen" im Verlag J. Dirnböck.

Fortan war Najmájer als freie Schriftstellerin tätig. In journalistischen Texten befasste sie sich mit Bildung und Emanzipation der Frauen, Kunst, Musik und Literatur. Sie schrieb neben Lyrik historische Romane aus der Perspektive von Frauen, etwa "Die Schwedenkönigin" (1882) über Christina von Schweden und deren Beziehung zu Ebba Sparre oder "Der Stern von Navarra" (1900) aus der Sicht der Mutter Henris IV., und epische Dichtungen wie das Versepos "Gurret-ül-Eyn. Ein Bild aus Persiens Neuzeit in 6 Gesängen" (1874). Im Hymnus "An die Tochter des 20. Jahrhunderts" stellt sie die Bindung zwischen Frauen in "Seelenfreundschaft" als berechtigten Lebensentwurf dar; nicht allein die Ehe sei erstrebenswert.

1873 lernte Najmájer die 14 Jahre ältere Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach kennen. Von ihrer über 30 Jahre andauernden Freundschaft zeugen ca. 150 Briefe im Nachlass Ebner-Eschenbachs, die sich in der Wienbibliothek im Rathaus befinden. Beide Frauen wurden 1885 Mitbegründerinnen des Vereins der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien, für dessen Pensionsfonds Najmájer, die 1891 das Vermögen ihrer Mutter erbte, eine größere Summe spendete. Sie war außerdem Förderin und Ehrenpräsidentin des Vereins für erweiterte Frauenbildung.

Zu Najmájers Freundinnen zählten Marianne Hainisch und Johanna Meynert, die beide in der Frauenbewegung aktiv waren, auch mit Ebner-Eschenbachs Freundinnen Betty Paoli und Ida von Fleischl-Marxow, in deren Salon sie verkehrte, war sie gut bekannt. In den letzten Lebensjahren verband sie eine enge Freundschaft mit Georgine Stransky, ebenfalls Mitglied des Vereins der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen. Stransky begleitete sie bei ihrem letzten Aufenthalt in Bad Aussee, wo Marie von Najmájer im August 1904 60-jährig starb.

Quellen

Literatur


Marie von Najmájer im  Katalog der Wienbibliothek im Rathaus

Weblinks