Ludwig Seeger
Ludwig Seeger (Pseudonym: Seeger an der Lutz), * 30. Jänner 1831 Thüringen, Vorarlberg, † 8. Jänner 1893 Wien, Arzt, Elektrotherapeut, Schriftsteller.
Biografie
Der Sohn eines Vorarlberger Landarztes besuchte das Gymnasium in Feldkirch und absolvierte philosophische Kurse an der Universität München. Danach studierte er Medizin an der Universitäten Würzburg und Wien, wo er sich besonders für den Turnsport interessierte. 1857 zum Dr. med. promovierte, arbeitete er zunächst an der Seite seines Vaters in Ludesch, zog nach dessen Tod aber nach Wien, wo er sich immer stärker um Fragen der gesundheitlichen Prophylaxe durch Bewegung (Fitness) und gesunde Ernährung annahm. In den 1860er und 1870er Jahren veröffentlichte er mehrere Studien zu Aspekten der Heilgymnastik. Zu seinem Klientel zählten vorwiegend Damen aus dem Adel, auch Kaiserin Elisabeth ließ sich von ihm beraten. Darüber hinaus war Seeger ab 1870 im Wiedner Krankenhaus tätig, wo er eine Station für Elektrotherapie aufbaute.
Neben seiner medizinischen Tätigkeit verbrachte er die Sommer in der Regel in seiner Vorarlberger Heimat, wo er gemeinsam mit anderen eine Art Sommerakademie von Künstlern, Wissenschaftlern und Lebensreformern betrieb. Unter dem Pseudonym "Seeger an der Lutz" verfasste er populäre Munartgedichte.
Literatur
- Karl Heinz Tragl: Chronik der Wiener Krankenanstalten. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2007, S. 221
- Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Band 12. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2005, S. 99 f.
