ITT Austria

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Blick in die Werkshalle von ITT Austria, 10.03.1972
Daten zur Organisation
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48° 16' 59.32" N, 16° 22' 23.97" E  zur Karte im Wien Kulturgut

Die ITT Austria (21., Scheydgasse 41) ging aus der 1884 gegründeten Firma "Vereinigte Telephon- und Telegraphenfabrik Czeija, Nissl & Co." hervor, die Produkte für den Telekommunikationssektor herstellte. Der Mutterkonzern ITT (International Telephone and Telegraph) wurde 1920 in Puerto Rico gegründet und ist ein US-amerikanischer Mischkonzern mit Schwerpunkt

Geschichte

Im Jahr 1884 eröffneten Carl Czeija und Franz Nissl in Wien-Neubau (7., Kaiserstraße 89) eine Produktion von Telegraphen sowie Signal- und Telefonanlagen, aus der durch Übernahme des Konkurrenzunternehmens Telegraphen- und Telefonbauanstalt C. Schäffler im Jahr 1896 die Vereinigte Telephon- und Telegraphenfabrik Czeija, Nissl & Co. wurde, an der sich auch die amerikanische Western Electric Company beteiligte. 1905 wurde das Unternehmen zu einer Aktiengesellschaft. 1907 wurde die Produktion in die Brigittenau (20., Dresdner Straße 73-75) verlegt. 1926/27 wurde die International Telephone and Telegraph Corporation (ITT), die zuvor Western Electric erworben hatte, Mehrheitseigentümer, weil sie nur dann bereit war, die Lizenz- und Patenverträge zu erneuern.

Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde der Betrieb von der Stuttgarter Lorenz AG verwaltet. Zu einem Aufschwung kam es im Lauf der 1950er Jahre mit der Ausweitung des Telefonnetzes. Zu Beginn der 1960er Jahre expandierte die nunmehrige Standard Telephon- und Telegraphen AG Czeija, Nissl & Co. weiter. Eine Gleichrichterproduktion wurde im 3. Bezirk ausgelagert. 1970/71 wurden in Strebersdorf (21., Scheydgasse 41) ein großes neues Werk errichtet und von der Donau-Save-Adria AG die Südbahnwerke, die Eisenbahnsicherungsanlagen produzierten, erworben. Gemeinsam mit dem Vertrieb von Produkten des ITT-Konzerns ging schließlich die Aktienmehrheit 1985 an die ITT Austria Telephon- und Telegraphenges.mb.H.

1987 änderte die Firma den Namen in Alcatel Austria.

1971 erhielt die Czeija-Nissl-Gasse ihren Namen nach den Begründern des Unternehmens.

Quellen

Literatur

  • Franz Mathis: Big Business in Österreich. Österreichische Großunternehmen in Kurzdarstellungen, Wien: Verlag für Geschichte und Politik 1987, S. 161-163.
  • Die Gross-Industrie Oesterreichs. Festgabe zum glorreichen fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläum seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. dargebracht von den Industriellen Oesterreichs 1898, Bd. 3, Wien: Leopold Weiss 1898, S. 248.