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Hugo Hassinger

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Daten zur Person
PersonennameName der Person Hassinger, Hugo
Abweichende NamensformAlternative Formen des Namens
Titel Dr. phil., Univ.-Prof.
Geschlecht männlich
Wien Geschichte WikiIdentifier/Persistenter URL zur Seite 
GNDGemeindsame Normdatei 116515597
Wikidata Q1635126
GeburtsdatumDatum der Geburt 8. November 1877
GeburtsortOrt der Geburt Wien
SterbedatumSterbedatum 13. März 1952
SterbeortSterbeort Wien
BerufBeruf Geograph, Lehrer
Parteizugehörigkeit
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Siehe auchVerweist auf andere Objekte im Wiki 
RessourceUrsprüngliche Ressource  Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
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Letzte Änderung am 5.06.2024 durch WIEN1.lanm08uns
BestattungsdatumDatum der Bestattung  20. März 1952
FriedhofFriedhof, auf dem eine Person begraben wurde Hütteldorfer Friedhof
Grabstelle

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Familiäre Beziehung
Berufliche Beziehung
Beziehung, Bekanntschaft, Freundschaft

Hugo Hassinger, * 8. November 1877 Wien, † 13. März 1952 Wien (Hütteldorfer Friedhof), Geograph.

Nach Studium an der Universität Wien, Tätigkeit als Mittelschulprofessor (1902-1918) und Habilitation (1914) nahm Hassinger 1918 eine Berufung nach Basel beziehungsweise 1927 nach Freiburg im Breisgau an. 1905 war er durch seine Veröffentlichung „Geomorphologische Studien aus dem inneralpinen Wiener Becken" bekannt geworden. 1931 wurde Hassinger o. Prof. an der Universität Wien (Emeritierung 1950) und 1939 Leiter der Raumforschungsstelle an der Universität Wien. 1935-1952 war er Mitherausgeber der „Geographischen Jahresberichte aus Österreich", 1937-1951 Präsident der Geographischen Gesellschaft und 1946 Mitbegründer der Akademischen-Kommission für Raumforschung und Wiederaufbau (deren Obmann er wurde).

Seine Arbeitsschwerpunkte waren Geomorphologie, Anthropogeographie und Stadtgeographie (er war ein unermüdlicher Vorkämpfer der Landesplanung). Sein klassisches Werk wurden die „Geographischen Grundlagen der Geschichte" (1931); er bemühte sich, die Geographie auch im öffentlichen Leben zur Geltung zu bringen. Zu seinen Hauptwerken gehört der „Kunsthistorische Atlas von Wien" (1916); außerdem veröffentlichte er unter anderem „Die Geographie des Menschen" (1937), „Boden und Lage Wiens" (1946), „Österreichs Anteil an der Erforschung der Erde" (1949) und „90 Jahre Geographische Gesellschaft" (1950). 1949 begründete er gemeinsam mit Anton Becker und Gustav Stratil-Sauer den „Notring der wissenschaftlichen Verbände Österreichs" (Konstituierung 1950, seit 1972 „Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs" [VWGÖ]). Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen. Mitglied der Akademie der Wissenschaften (1934); Ehrenmitglied der Zoologisch-botanischen Gesellschaft.

Im Auftrag der Stadt Wien hat eine HistorikerInnen-Kommission die historische Bedeutung jener Persönlichkeiten, nach denen Wiener Straßen benannt sind, von 2011 bis 2013 untersucht sowie eine zeithistorische Kontextualisierung vorgenommen. Laut Abschlussbericht dieser Forschungsgruppe engagierte sich der deutschnational geprägte Hugo Hassinger in seiner Funktion als Ordinarius für Kulturgeographie an der Universität Wien für die Wiederaufnahme deutschen Expansions- und Kolonialpolitikkonzepte. Als Mitbegründer der „Südostdeutschen Forschungsgemeinschaft“ leistete Hassinger in führender Position durch seine wissenschaftstheoretisch fundierten bzw. legitimierten Konzepte einen wesentlichen Beitrag zur nationalsozialistischen Politik der „Umvolkung“. Dabei ging er von einer prinzipiellen deutschen Überlegenheit gegenüber z. B. Slawen aus (siehe „Hemmungen nationaler Schutzarbeit“, 1907). Hassinger, der Wissenschaft und (NS-)Politik als zusammengehörig betrachtete, wird in den Unterlagen auch als „Vertrauensmann“ der NS-Abwehrstellen genannt. Hassinger hatte eine herausragende Stellung innerhalb der NS-Wissenschaftsausschüsse inne (z. B. 1942 Vertreter in der „Kommission zur Herausgabe von Schriften zur Rassenkunde und menschlichen Erblehre“), war jedoch nicht Mitglied der NSDAP. Dieser Umstand ermöglichte es ihm auch nach Kriegsende, in seinem beruflichen Umfelds weiterhin prägend zu wirken, wie beispielsweise die Gründungen der „Kommission für Raumforschung und Wiederaufbau“ 1946 und der „Österreichischen Forschungsgemeinschaft für den Südosten und Orient“ 1947 (aufgelöst durch die Besatzungsmächte 1950) illustrieren.

Hassingergasse

Quellen

Literatur

  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Neue österreichische Biographie. 1815 – 1918. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1923-1935. Band 13 (Hans Bobek)
  • Robert Teichl: Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1951 (Werkverzeichnis)
  • Studien zur Geschichte der Universität Wien. Wien / Graz [u.a.]: Böhlau 3 (1965), S. 109
  • Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 7 (1952), S. 68 ff. (Gustav Stratil-Sauer, Hugo Hassinger und Wien)
  • Wiener Universitäts-Zeitung, 01.04.1952 (Nachruf)
  • Peter Autengruber, Lexikon der Wiener Straßennamen. Bedeutung, Herkunft, frühere Bezeichnungen. Wien: Pichler Verlag 2014, 9. Auflage, S. 124
  • Rathaus-Korrespondenz. Wien: Presse- und Informationsdienst, 31.10.1977
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Umstrittene Wiener Straßennamen. Ein kritisches Lesebuch. Wien: Pichler Verlag 2014, S. 104 f.
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Forschungsprojektendbericht "Straßennamen Wiens seit 1860 als 'Politische Erinnerungsorte'". Wien 2013