Gustav Ucicky
Gustav Ucicky, * 6. Juli 1899 Wien, † 26. April 1961 Hamburg, Kameramann, Filmregisseur.
Biografie
Gustav Ucicky begann seine Laufbahn 1916 als Kameramann (Wochenschau) bei der Sascha-Film (Gründer: Alexander Kolowrat-Krakowsky) und arbeitete ab 1919 bei allen Filmen von Michael Kertesz in dessen Wiener Zeit als Kameramann (unter anderem "Die Sklavenkönigin", 1924; "Das Spielzeug von Paris", 1925). Ab 1927 führte er Regie (Tingel-Tangel; Cafe Electric; beide 1928).
Während der NS-Zeit drehte er Tendenzfilme, etwa den U-Boot-Film "Morgenrot" (1933), der das Soldatentum preist, und Propagandafilme wie "Heimkehr". Der zu einem Gutteil in den Wiener Rosenhügel-Ateliers gedrehte Film mit Paula Wessely müsse, so Bert Rebhandl, "wegen seiner effektbewussten, Hass erzeugenden Darstellung der Polen zu den Schulbeispielen ethnischer Diskreditierung" gezählt werden".[1] Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten unverfängliche Themen ("Cordula", 1950; "Der Jäger von Fall", 1956).
Quellen
- Wiener Stadt- und Landesarchiv, Historischen Meldeunterlagen, K11: Gustav Ucicky
- Wiener Stadt- und Landesarchiv, Bezirksgericht Innere Stadt (I), A4/10 - Verlassenschaftsabhandlungen: 10A 343/1961
- Wiener Stadt- und Landesarchiv, M.Abt. 119, A41 - VE-AV: 9. Bezirk, 927
Literatur
- Wolfgang Benz u.a. (Hg.): Handbuch des Antisemitismus. Bd. 7 (Literatur, Film, Theater und Kunst). Berlin: de Gruyter 2015, S. 156
- Bert Rebhandl: Einer, der bruchlos weitermachte. In: Der Standard, 19.11.2014. Online: https://www.derstandard.at/story/2000008384422/einer-der-immer-bruchlos-weitermachte [26.06.2025]
- Wiener Zeitung, 19.11.2014, S. 31
Gustav Ucicky im Katalog der Wienbibliothek im Rathaus.
Weblinks
- ↑ Rebhandl 2014
